Ahlers AG: Deutlich verbessertes Ergebnis

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Rückkehr in die schwarze Zahlen im laufenden Geschäftsjahr

Das abgeschlossene Maßnahmenpaket zur Ertrags- und Effizienzsteigerung zeige Wirkung: große Kosteneinsparungen und deutlich verbessertes Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2018/19, teilt die Herforder Ahlers AG bei Vorlage der Bilanz mit. „Wir haben unser Maßnahmenpaket zur Ertrags- und Effizienzsteigerung abgeschlossen und es greift zusehends. Dank spürbarer Kosteneinsparungen und effizienterer Prozesse ist es uns gelungen, das Ergebnis 2018/19 spürbar zu verbessern“, sagt Dr. Stella Ahlers. „Läuft alles weiterhin planmäßig, sollten wir im laufenden Geschäftsjahr auf den Ergebnisebenen EBIT vor und nach Sondereffekten in die Gewinnzone zurückkehren und damit die Transformationsphase des Vorjahres beenden.“ Um den eingeschlagenen Kurs beizubehalten, wurden neben der forcierten modischen Markenprofilierung weitere Maßnahmen eingeleitet. So sollen der eCommerce-Bereich strategisch ausgebaut und die Digitalisierungsprojekte zu Unterstützung des Wholesales wie B2B-Shops, digitale Regalverlängerung oder EDI-Funktionen forciert werden. Auch will der Konzern in der Beschaffung das Jeansgeschäft komplett auf Vollgeschäft umstellen. Bei Anzug/Konfektion soll das Vollgeschäft ausgebaut werden. Die Produktion in Polen wird eingestellt. Angesichts der Verbreitung des Corona-Virus sieht Dr. Ahlers gegenüber FT derzeit keinen drohenden Versorgungsengpass. Die Produktion in China sei nicht so bedeutend für das Unternehmen und gerade bei den Zutaten sei ein Ausweichen auf andere Länder möglich. Mehr Gedanken mache sie sich um die Aufrechterhaltung der Transportwege, wenn der globale Schiffsverkehr längerfristig weiter stark eingeschränkt werde.

Zurück zur Bilanz 2018/19: Auch die Herforder können sich der allgemeinen Marktentwicklung nicht entziehen. Der Konzernumsatz war zwar durch beendete Aktivitäten geprägt, doch drückte auch das rückläufige Geschäft mit Konfektion und Outdoor-Jacken auf den Umsatz. So führte die Beendigung des Geschäfts mit Jupiter-Jacken sowie mit Pierre Cardin- und Pioneer-Damenhosen zu einem erwarteten Umsatzrückgang von insgesamt 6 Millionen Euro. Zudem setzte sich der allgemeine Trend der Casualisierung auch im abgelaufenen Geschäftsjahr fort und sorgte bei Anzügen und Sakkos sowie Outdoor-Jacken für einen Umsatzverlust von 4,6 Millionen Euro. Auch am übrigen Geschäft ging der anhaltend rückläufige Markttrend mit einem Rückgang der Erlöse um 5,5 Millionen Euro nicht spurlos vorüber. Unterm Strich sank damit der Konzernumsatz um 7,2 Prozent auf 207 Millionen Euro.

Stabil entwickelten sich hingegen die Verkäufe mit den für die AG Ahlers wichtigen Jeans. Im Berichtsjahr lagen die Jeansumsätze der Marken Baldessarini, Pioneer und Pierre Cardin auf dem Niveau des Vorjahres (-0,4 Prozent). Nach Vertriebsaktivitäten betrachtet nimmt das eCommerce Geschäft eine bedeutende strategische Rolle ein. So soll der Anteil am Gesamtumsatz mittelfristig von aktuell 5 Prozent auf 10 bis 15 Prozent gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2018/19 hat der eCommerce ein kräftiges Plus von 12,7 Prozent erwirtschaftet. Dazu trugen mit 14,8 Prozent Wachstum vor allem die Umsätze auf Marktplätzen bei. Einschließlich des eigenen stationären Einzelhandels legte der Umsatz des eigenen Retail im Geschäftsjahr 2018/19 um 3 Prozent zu. Der Durch die russische Tochterunternehmen Ahlers RUS wurde der Umsatzanteil der eigenen Läden von 14 Prozent auf 15,4 Prozent gesteigert. Flächenbereinigt sanken die Umsätze leicht um -0,6 Prozent.

In den zurückliegenden zwölf Monaten hat das Maßnahmenprogramm zur Ertrags- und Effizienzsteigerung zunehmend Wirkung entfaltet. In der Summe gingen die betrieblichen Aufwendungen vor Sondereffekten inklusive Abschreibungen um 9,1 Millionen Euro beziehungsweise 8,2 Prozent zurück. Damit lag das EBIT vor Sondereffekten mit -2,4 Millionen Euro nahezu auf Vorjahreshöhe (-2 Millionen Euro). Das Konzernergebnis vor Steuern verbesserte sich um rund 57,7 Prozent auf -3 Millionen Euro, das Konzernergebnis nach Steuern um 47,1 Prozent auf -3,7 Millionen Euro.

„Das abgeschlossene Maßnahmenpaket zur Ertrags- und Effizienzsteigerung sollte zu deutlich gesunkenen Personalaufwendungen führen und auch der Saldo aus sonstigem betrieblichem Aufwand und Ertrag dürfte zurückgehen. Die betrieblichen Aufwendungen sollten daher kräftig sinken“, sagt Finanzvorstand Dr. Karsten Kölsch. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Management damit, dass die Umsätze der fortgeführten Marken im unteren einstelligen Prozentbereich zulegen und damit den Umsatzrückgang durch beendete Aktivitäten in Höhe von -8,7 Millionen Euro weitgehend ausgleichen. Daher erwartet der Vorstand einen bestenfalls stabilen, eher aber leicht rückläufigen Konzernumsatz. Das Wachstum sollte überwiegend durch das Premium Segment mit den Marken Baldessarini, Pierre Cardin und Otto Kern getragen werden. Das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2019/20 soll sich gegenüber den beiden Vorjahreswerten weiter deutlich verbessern. Auf den Ergebnisebenen EBIT vor und nach Sondereffekten soll das Unternehmen in die Gewinnzone zurückzukehren und die Transformationsphase beendet werden.