„Ein Teil für die Ewigkeit“

windsor.

Edel, naturbelassen und Luxus – das neue Kaschmir-Sakko von windsor. Alle Bilder: ©windsor

Autor: Markus Oess
Ein Sakko für 2.000 Euro? Luxus ist relativ, sagt Tobias Harprecht, von Beruf Designer beim Holy-Label windsor. Und Männer, die bereit sind, so viel Geld für ein Kleidungsstück auszugeben, müssten auch kein schlechtes Gewissen haben. Der Designer über Luxus und die Liebe zur textilen Zeitlosigkeit.

„Wir haben kein Standard-Angebot bei windsor.“ Tobias Harprecht, Designer windsor. men.

FT: Herr Harprecht, macht Luxus ein schlechtes Gewissen?
Tobias Harprecht:Luxus ist relativ und eine Frage des individuellen Maßstabes. Nachhaltigkeit und bewusstes Konsumieren sind wichtige Bestandteile von Luxus. Daher bin ich der Meinung, dass diese Art von Luxus ein gutes Gefühl gibt und kein schlechtes Gewissen macht.“

Was bedeutet es für ein Label wie windsor., ein Sakko anzubieten, das im VK im vierstelligen Bereich liegt?
Das bedeutet zunächst einmal einen mutigen Schritt und der Erfolg dieses Sakkos bedeutet, dass wir bei windsor. die Möglichkeit haben, wertvolle Produkte machen zu können, der Endverbraucher dies zu schätzen weiß und tatsächlich kauft.“

Wie kam es dazu?
„Schon immer hat windsor. dem Sakko ein besonderes Augenmerk geschenkt und wir verfügen über eine hohe Expertise, was Passform, Verarbeitung und Material betrifft. Ziel war es also, ein Sakko anzubieten, das puren Luxus verkörpert und dabei auch noch komplett chemiefrei produziert ist. Ein Teil für die Ewigkeit komplett ohne schlechtes Gewissen!“

Was rechtfertigt diesen Preis?
„Reiner Kaschmir von der Weberei Lanificio Ermenegildo Zegna. Der Kaschmir ist nicht nur besonders fein, sondern auch ohne Chemikalien gefertigt, gefärbt und verarbeitet. Bei der Herstellung und den verwendeten Materialien des gesamten Sakkos sind ausschließlich Naturmaterialien verwendet worden: kein Polyester! Zudem fertigen wir das Sakko in unserem firmeneigenen europäischen Werk.“

Welchen Mann hatten Sie im Kopf, als Sie das Sakko entworfen haben?
„Jeden Mann, der bereit ist, für außerordentliche und langlebige Qualität 2.000 Euro auszugeben. Zu unserem Glück gibt es davon anscheinend einige.“

Ist der Luxus dann sichtbar designt oder geht es mehr um das Wissen des Trägers …?
„Natürlich ist die Hochwertigkeit des Sakkos auf den ersten Blick erkennbar. Doch darum geht es nicht. Viel wichtiger sind das Gefühl beim Tragen und das Wissen, in ein Teil für die Ewigkeit zu investieren und damit dem Massenkonsum entgegenzuwirken.“

Wie kam das Teil beim Handel an?
„Noch besser als erwartet und erhofft.“

Inwiefern ist das Thema Nachhaltigkeit im oberen Premium-/Luxussegment angesagt? Ist es etwas, über das die Endkunden sprechen wollen?
„Nachhaltigkeit ist mittlerweile keine Frage mehr, sondern eine Notwendigkeit.“

Wie schlagen Sie die Brücke zum Standard-Angebot?
„Wir haben kein Standard-Angebot bei windsor.“

Werden Sie das Angebot ausbauen?
„Die positive Resonanz vom Handel bestärkt uns darin, das Angebot weiter auszubauen.“

Kommt auch etwas für die Damen in dem Preissegment?
„Auch bei den Damen gibt es in der Winterkollektion eine kleine Luxus-Capsule-Collection mit beispielsweise besonders hochwertigen Kaschmir-Produkten von Loro Piana oder ,Fun Fur‘-Mänteln von Colombo. Also ja, auch da ist das Thema relevant und funktioniert.“

Sind es dann die gleichen Händler, die die reguläre Ware ordern, oder gehen Sie mit dem Sakko an eine andere Klientel?
„Beides. Abrunden des Sortiments bei bestehenden und Öffnen neuer Türen.“

Made in Portugal

windsor. hat für die Saison Herbst/Winter 2020 ein Luxus-Kaschmir-Sakko ins Programm genommen. Eine „Symbiose aus nachhaltig-innovativer Produktentwicklung und Luxus-Appeal“, heißt es dazu vom Label. Das Sakko ist aus Kaschmir von Lanificio Ermenegildo Zegna gefertigt. Durch die Färbetechnik „Ecoloriama“ entsteht ein Gewebe, das in einem natürlichen Produktionsprozess ohne chemische Zusätze hergestellt wird. Durch langsames Aufgießen von Naturstoffen wie zum Beispiel Kräutern, Mohnblumen oder Zwiebelschalen wird das reine Kaschmir-Gewebe gefärbt.

Das Sakko wird in der firmeneigenen Produktionsstätte in Portugal ohne Einsatz von Kleber oder Kunstfasern hergestellt und ist ab Juli 2020 zu einem VK von 2.000 Euro in den eigenen windsor. Stores und bei ausgewählten Handelspartnern erhältlich.