Dinge des Alltags

Design

„Markenwerte der Mods ..." alle Bilder © CG – CLUB of GENTS

Autor: Markus Oess
Was, wenn die Arbeit ruft und keiner geht hin? In einem Land, das vor allem für seine Produktions- und Ingenieursleistung bekannt ist, für seinen Fleiß und seine Disziplin, wäre das vor Covid-19 sicher undenkbar erschienen. Wo immer es ging, machte Deutschland Homeoffice. Und speziell im eigenen Heim begegnen wir lieb gewonnenen Dingen des Alltags, die erst auffallen, wenn sie fehlen. Was kommt dabei raus, wenn Modedesigner Dinge des Alltags entwerfen? Wir haben Stefanie Denk und Florian Wortmann, die verantwortlich für die Hersbrucker Marke CG – CLUB of GENTS zeichnen, gefragt. Entworfen haben sie – einen Stuhl.

„Guter Mix aus allem.“ Stefanie Denk

FT: Mehr Retro, Barock oder Pop-Art – wie sieht es bei euch zu Hause aus?
Stefanie Denk: „Es muss ein guter Mix aus allem sein. Das ist ja gerade das Schöne und Wertvolle an den einzelnen Epochen und auch die Herausforderung, diese zusammenzustellen. Aber wenn ich mich beschränken müsste, würde ich auf alte Designklassiker fokussieren.“

„Wer will heute schon Massentauglichkeit? „Florian Wortmann

Warum ausgerechnet ein Sessel?
Florian Wortmann: „Auf einem Stuhl kommt man zur Ruhe, setzt sich zusammen, bespricht Dinge in Gruppen oder man arbeitet allein konzentriert mit sich selbst. Ein Stuhl ist so vielfältig einsetzbar und nicht an einzelne Emotionen gebunden.“

Was war euch beim Design des Sessels besonders wichtig?
Denk: „Für uns war es wichtig, dass der Stuhl zeitlos ist und gleichzeitig unsere Markenwerte der Mods widerspiegelt. Wir lieben Britpop und haben eine große Affinität zu der Stilistik und dem Qualitätsanspruch Italiens. Wir sind echte Mods und lieben die 1960er-/1970er-Jahre.“

Wo liegt der Sessel, wo die Klamotte vorn bei Style, Bequemlichkeit, Passform und zeitlosem Design?
Wortmann: „Das ist ja eine Fangfrage. Natürlich tun beide sich nichts und sind überall gleichauf. Ich würde eher sagen, sie ergänzen sich in allen von dir genannten Punkten.

Was meint ihr, ist das gute Stück auch massentauglich?“
Wortmann: „Wir würden sagen, dass unser Stuhl für alle etwas ist, die Wert auf Langlebigkeit und authentische Produkte legen. Wer will heute schon Massentauglichkeit? Wir wollen eher, dass unsere Kunden das Produkt wertschätzen so wie das Produkt sie.“