Ein Kölsch, bitte!

Auf ein Kaltgetränk mit …

Jan ten Brinke, Geschäftsführer bei LERROS ©Ernst Alexander, Köln

Autor: Andreas Grüter
Zum Start unserer neuen „Auf ein Kaltgetränk mit …“-Serie haben wir uns mit Jan ten Brinke, seines Zeichens Geschäftsführer bei LERROS, zum Tresengespräch getroffen. Es ging um Eishockey, Musik, Social Media und tatsächlich auch ein wenig um Mode. Aber lesen Sie selbst.

FT: Schnaps, Bier oder Limo – was darf ich Ihnen anbieten?
Jan ten Brinke: „Kölsch. Auch wenn ich weiß, dass es Menschen gibt, die behaupten, Kölsch sei gar kein Bier. Wenn man es gewohnt ist, lauwarmes, sehr kohlensäurearmes Bier aus Eimern mit Henkel zu trinken, findet man kleine Gläser mit kaltem, frischem Bier natürlich doof. Leuchtet mir ein. Schnaps geht im Zweifelsfall aber auch.“

Sie haben lange Eishockey gespielt. Wie kommt man vom Slap Shot zur Mode?
„Wenn man so wie ich aus Ostwestfalen kommt und sich seit Kindertagen dafür interessiert, was man selbst und andere Menschen gerne anziehen, ist der Weg in die Mode kürzer, als man vielleicht annehmen könnte. Eishockey gab es in meinem Leben aber schon lange vor der Mode. Heute mag ich beides, wobei ich mich beim Eishockey mittlerweile darauf beschränke, meinem Sohn in die Torwartausrüstung zu helfen und die Kölner Haie im Stadion anzufeuern.“

Können Sie sich noch daran erinnern, wann die Lippe das letzte Mal beim Spiel aufgeschlagen wurde?
„Das ist schon so lange her, dass ich es nicht mehr genau sagen kann. Meine aktive Zeit ist ja schon seit ein paar Jahren vorbei. Ab und zu schaffe ich das aber auch ganz ohne Eishockey recht gut …“

Corona hat die Branche ziemlich lahmgelegt. Wie haben Sie sich die Zeit vertrieben?
„Mein Team und ich haben während des Lockdowns mindestens genauso viel gearbeitet wie davor und danach und uns mit Themen beschäftigt, die anders oder besser laufen sollten. Außerdem haben wir die Zeit dazu genutzt, intensiv mit unseren Handelspartnern zu sprechen und gemeinsame Ideen zu entwickeln. Die Zeit hat sich also ganz gut selbst vertrieben.“

An der Modebranche gefällt mir …
„… dass wir uns mit Dingen beschäftigen, die Menschen Freude machen, die sie schön finden und für die sie gerne Geld ausgeben, ohne sie wirklich zu brauchen.“

… und gefällt mir überhaupt gar nicht …
„… dass wir uns mit diesen Menschen noch viel zu wenig beschäftigen und dafür viel zu viel mit uns selbst oder mit Themen, die den Menschen, die unsere Produkte kaufen sollen, völlig egal sind.“

Wie sieht es mit Ihren persönlichen Kleidungspräferenzen aus? Lieber Jeans oder doch Anzug?
„Chino oder Jeans. Dazu ein Hemd oder den ‚Dünnen unifarbenen Strickpulli mit Rundhals‘-Branchenliebling. Manchmal ein Sakko, aber immer Sneaker.“

Analoges oder digitales Leben? Wie halten Sie es mit Social Media?
„Ich lebe ganz gut und recht gerne analog, finde aber Social Media ziemlich spannend. Ich spiele da mit, wo ich verstehe, worum es geht, was bei Snapchat und TikTok irgendwie noch nicht so ganz gelungen ist, und freue mich, wenn meine Tochter eins meiner Sneakerbilder bei Instagram liked. Außerdem sind wir bei LERROS sehr erfolgreich im Online Performance Marketing unterwegs. Also begleitet mich das Thema sowieso jeden Tag.“

Mit Musik geht alles besser. Werden die Top 5 Ihres Alltags-Soundtracks mit Gitarren oder dem Computer gespielt?
Sowohl … als auch, aber in Summe sind Computer-Sounds wahrscheinlich in der Überzahl. Und wie jetzt …? Nur fünf?! Nur fünf ist richtig, richtig schwer! Aber nun ja, ich mach die Fragen ja nicht …

Top 1: ,Unfinished Sympathy‘ von Massive Attack (Die­-Hard-Fan),

Top 2: ,When Things Explode von Unkle,

Top 3: ,Angel‘ von (genau) Massive Attack,

Top 4: ,Nobody Speak von DJ Shadow,

Top 5: ,Karma Police von Radiohead.

Ich habe drei Wünsche frei und wähle …
„… dass Leute aufhören, sich über nichtigen, kleinkarierten Mist aufzuregen, und stattdessen anfangen, auf andere Menschen, Kulturen und Lebensweisen neugierig zu werden.

… dass es meiner Familie, meinen Freunden – und dazu zähle ich viele, mit denen ich bei LERROS zusammenarbeiten darf – gut geht, sie glücklich und gesund sind, wir mit dem, was wir tun, erfolgreich sind und Spaß dabei haben. (Hier habe ich – sehr clever, wie ich finde – vier oder fünf Wünsche in einen gepackt).

… dass jeder in diesem schönen und eigentlich ganz coolen Land von dem, was er/sie in Vollzeit verdient, gut leben kann.

Bonus: Ich weiß, ich hab nur drei Wünsche frei, aber es wäre mir an dieser Stelle sehr wichtig festzuhalten, dass ich mir sehr wünsche, dass der 1. FC Köln in meiner Lebenszeit Meister wird (gerne auch mehrfach) und die Champions League gewinnt (einmal reicht). Danke!“