ETERNA: Umsatzrückgang durch Pandemie

Henning Gerbaulet ©ETERNA

Aufruf, Anleihe zu verlängern

 Auch die Geschäfte des Passauer Hemdenspezialisten ETERNA leiden unter den Folgen Corona-Pandemie. Wie das Unternehmen mitteilt, ist in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres der Umsatz um 16, 4 Prozent auf 65,8 Millionen Euro gesunken. Die fehlende Frequenz im stationären Handel wirkte sich im Berichtszeitraum entsprechend negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens aus. Die Verlagerung der Verkäufe in den Online-Bereich und die im April eingeführte Maskenproduktion konnten  die Umsatzausfälle im stationären Geschäft nur teilweise kompensieren. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) halbierte sich in den ersten drei Quartalen nahezu auf 5,8 Millionen Euro (Vorjahr: 10,4 Millionen Euro). „Wir befinden uns mit ETERNA in einer zwiespältigen Situation. Einerseits haben wir uns in diesem sehr schwierigen Jahr besser als der Wettbewerb entwickelt und sind operativ profitabel. Andererseits sind die erzielten Ergebnisse im Hinblick auf die in 2021 anstehende Unternehmensfinanzierung trotz allem nicht zufriedenstellend und bleiben deutlich hinter unserer Performance vor Corona zurück. Um die COVID-19- bedingte, temporäre Beeinträchtigung unseres Geschäfts zu überbrücken, sehen wir die dringende Notwendigkeit, den bestehenden Finanzierungsmix zu verlängern und damit in der aktuellen Ausnahmesituation und darüber hinaus für finanzielle Stabilität zu sorgen“, sagt Henning Gerbaulet, geschäftsführender Gesellschafter der eterna Mode Holding GmbH.

Durch die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie in allen Kernmärkten sowie den damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen für die Modebranche, bleibe eine konkrete Einschätzung zur Geschäftsentwicklung von ETERNA schwierig. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen und den derzeitigen Lockdown-Verordnungen rechnet die Unternehmensführung damit, dass sich die zweite Pandemie-Welle signifikant auf die Absätze im wichtigen Weihnachtsgeschäft auswirken wird und auf Gesamtjahressicht der Umsatz um mehr 20 Prozent sowie das EBITDA überproportional sinken werden. Gerbaulet rechnet dennoch mit einem positiven Jahresergebnis: „Eine Rückkehr zur Performance der Vorjahre ist pandemiebedingt jedoch auch 2021 noch nicht zu erwarten, sondern erst wieder in den Folgejahren.“

 Gerbaulet ruft die Anleihegläubiger dazu auf, einer Verlängerung der Anleihe zuzustimmen. Zur Abstimmung darüber wurde eine zweite Gläubigerversammlung für den 17. Dezember 2020 einberufen. Angestrebt wird eine Verlängerung der Laufzeit der im März 2022 fälligen Anleihe 2017/2022 mit einem Volumen von 25 Millionen Euro bis 3. Juni 2024 bei einem unveränderten Zinssatz von 7,75 Prozent. Im Oktober hat sich das Unternehmen bereits mit den Gläubigern über eine Verlängerung der Laufzeit des im März 2021 fälligen Schuldscheindarlehens mit einem Volumen von 25 Millionen Euro verständigt.