Cotonea: Blockchain-Projekt mit IBM und Kaya&Kato

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Textile Trust

Die erste Phase des Gemeinschaftsprojekts von IBM, Kaya&Kato und Cotonea mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist abgeschlossen, teilen die Partner mit. Cotonea berät bei der Entwicklung der Blockchain-basierten Plattform Textile Trust inhaltlich. Ziel sei es, Sicherheit und Transparenz in Textillieferketten zu gewährleisten, heißt es weiter. Da für die Produktions-Abschnitte im Textilbereich wechselnde Parteien zuständig seien, sei es kompliziert, die Produktionskette eines Textilartikels im Nachhinein nachzuvollziehen. „Wir sind für alle Produktionsschritte verantwortlich und kennen sowohl die Sorgen des Farmers von unserem Anbauprojekt in Uganda, als auch die Fallstricke beim Mischen der Baumwollfasern. Wir wissen sowohl um die Wünsche unserer Näherinnen in Tschechien, als auch um Zusatzstoffe beim Färben. Ein Projekt wie Textile Trust muss alle Stufen der textilen Kette einbeziehen“, sagt Cotonea-Geschäftsführer Roland Stelzer.

Die endgültige Version von Textile Trust soll eine Browseroberfläche und eine App beinhalten, anhand derer die Beteiligten einer Produktion ihre Daten fälschungssicher übermitteln können. Das System soll alle wichtigen Parameter wie Produktionsstandards und Zertifikate einbeziehen und so zu einer Transparenz im Materialfluss, vereinfachten Verwaltungsprozesse und Zertifizierungen führen. Die Blockchain-Anwendung ermögliche es, ohne Zusatzaufwand Informationen auch für Endkunden sichtbar zu machen und für die Kommunikation zu nutzen. „Wir sehen Vertrauenswürdigkeit als einen der wichtigsten Werte“, sagt Stelzer. „Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten, deren Herstellung auf faire Weise und zum Vorteil aller Beteiligten geschieht, steigt. Das macht eine Fälschung von Zertifikaten, Greenwashing oder einfach nur das Weglassen von Fakten immer attraktiver. Es ist unabdingbar, mit wasserdichten Trackingsystemen wie Textile Trust dem Trend entgegenzuwirken.“

Nach der Entwicklung einer Demoversion beginnt nun die Phase der Verfeinerung, zu der neben den bisherigen Beteiligten weitere Partner aus der Textilwirtschaft beitragen sollen. Ziel ist die Marktreife von Textile Trust Mitte 2022.  Interessierte Unternehmen können sich bei Kaya&Kato, IBM oder Cotonea melden.  Mit der Blockchain-Technologie können einzelne Transaktionen innerhalb eines Prozesses als Datenblöcke (blocks) chronologisch in Form einer Kette (chain) aneinandergehängt und mit entsprechenden Inhalten gefüllt werden. Im Fall der Textillieferkette speichert die Plattform Textile Trust Informationen über die jeweiligen Produktionsprozessschritte, die sich weder fälschen noch verändern lassen. Berechtigte können dann die Original-Inhalte abrufen.