Studie: Stationär vor Online

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Pandemie bringt Verschiebungen

Der Offline-Einkauf bleibt auch in der Pandemie beliebter als Online-Shopping. Die Mehrheit der im Januar und Februar 2021 weltweit für den aktuellen „YouGov International Retail Report 2021“ Befragten (78 Prozent) gab an, Waren des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, medizinische, Drogerie- oder Haushaltsprodukte in den vorausgegangenen drei Monaten im stationären Handel gekauft zu haben, 57 Prozent kauften sie online, teilt das Marktforschungsunternehmen mit. Nicht-tägliche Bedarfswaren, wie Kleidung, Kosmetik, Schuhe, Bücher, Möbel oder Schmuck wurden allerdings öfter online gekauft (72 Prozent versus 57 Prozent der Offline-Käufe). Insgesamt wurde für beide Warengruppen häufiger offline als online eingekauft. Es waren Mehrfachnennungen möglich

Da pandemiebedingt viele Geschäfte für den stationären Einkauf noch geschlossen waren und immer zum Teil noch seien, zeige sich vor allem im Vereinigten Königreich, in Dänemark und in Deutschland bei jenen Einzelhandelskategorien, die Waren des nicht-täglichen Bedarfs mit abdecken, eine Verschiebung hin zum Online-Handel. In Deutschland kauften 46 Prozent diese Produkte stationär, 74 Prozent hingegen kauften sie online. In Dänemark kauften 39 Prozent offline, 72 Prozent online. Der weltweit größte Unterschied zwischen dem Online-Einkauf und dem stationären ist im Vereinigten Königreich zu erkennen. 36 Prozent kauften Waren des nicht-täglichen Bedarfs offline, 79 Prozent kauften sie online. Nur in Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Hongkong wurde mit einer jeweiligen Differenz von 1 bis 5 Prozentpunkten häufiger stationär als online eingekauft. Am häufigsten kauften die Chinesen Waren des nicht-täglichen Bedarfs online (80 Prozent).

57 Prozent der Bevölkerung weltweit nennen die Nach-Hause-Lieferung ihrer Bestellungen als Grund für den Online-Kauf. 47 Prozent sagen, es sei einfacher, die Produkte online zu kaufen. 42 Prozent führen die variable Auswahl an Produkten und 40 Prozent Rabattaktionen für den Online-Einkauf an. Die am häufigsten genannten Hindernisse der Verbraucher sind die Versandkosten (46 Prozent), das fehlende Haptik-Erlebnis (45 Prozent) sowie die Rückgabebedingungen (39 Prozent). Treiber für den stationären Einkauf sind die tatsächliche Begutachtung des Produktes (62 Prozent), die Möglichkeit zum Testen / Probieren der Waren im Geschäft (53 Prozent) sowie schnellere Abwicklungsdauer des Kaufs (45 Prozent).