Unter der Sonne Frankfurts

Auf ein Kaltgetränk mit …

„Frankfurt ist kulturell unterschätzt.“ Olaf Schmidt ©Messe Frankfurt

Autor: Andreas Grüter
Für das letzte „Auf ein Kaltgetränk …“-Trinkgelage dieses Jahres haben wir uns mit Olaf Schmidt, seines Zeichens Vice President Textiles & Textile Technologies bei der messe frankfurt, getroffen. Im Gespräch ging es um Frankfurt als Kulturstadt, Sneaker als Alternative zu Brown Shoes und Bergewandern als probates Mittel zur Entspannung. Viel Vergnügen beim Lesen.

FT: Ein kaltes Getränk an einem kalten Wintertag – womit kann ich dienen?
Olaf Schmidt: „Da kommt es natürlich ganz auf die Uhrzeit an. Morgens darf ein Glas kaltes Wasser zu einem starken Espresso nicht fehlen. Nach 18:00 Uhr lasse ich mir dann gerne einen guten Riesling aus Rheinhessen oder der Pfalz schmecken.“

Wenn es nicht die Mode geworden wäre, würde ich jetzt wahrscheinlich …
„Mich hat nie nur die reine Mode, sondern auch die textile Vorstufe interessiert. Ich wollte lernen, wie ein Kleidungsstück entsteht, den ganzen Produktionsprozess verstehen. Und da wird es dann schnell ziemlich technisch. Mode wird in dieser Hinsicht leider oft oberflächlich betrachtet. Gerade wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, sollte man die DNA des Produktes kennen.“

Frankfurt ist …
„… kulturell unterschätzt. Frankfurt ist eine internationale Design- und Kulturmetropole mit einer herausragenden Kreativszene. Die Stadt ist kosmopolitisch und hat die internationalste Community Deutschlands mit Menschen aus 170 Nationen. Das Straßenbild ist geprägt von einem guten Mix aus Luxus, Kommerz und Nische. Frankfurt kann mehr als Business – das werden wir auch in den kommenden Jahren mit der FRANKFURT FASHION WEEK beweisen. Darüber hinaus punktet die Mainmetropole mit ihrer herausragenden Infrastruktur.“

Worüber haben Sie das letzte Mal ausgiebig geflucht?
„Fluchen ist eigentlich nicht so mein Ding. Aber ehrlich gesagt raubt einem die Pandemielage gerade im Messe- und Veranstaltungsgeschäft seit zwei Jahren schon den letzten Nerv. Planungssicherheit gibt es nicht mehr und man fragt sich unabhängig davon, auf welcher Basis manche Entscheidungen getroffen wurden. Die menschlichen Tragödien sind weitreichend.“

Worüber haben Sie das letzte Mal schallend gelacht?
„Bei der Kabarettsendung von Dieter Nuhr. Nuhr bringt viele gesellschaftliche Entwicklungen humoristisch auf den Punkt. Das gefällt mir.“

Sommer oder Winter?
„Ganz klar Sommer. Die Leichtigkeit des Draußenseins ist unschlagbar und ich mag es, die positive Stimmung der Menschen zu erleben. Und barfuß am Strand ist halt schöner als eingemummelt im Schnee.“

Sneaker oder Budapester?
„Sneaker. Jeder, der nach einem Budapester-Tag in lässige Turnschuhe steigt, kennt dieses besondere Gefühl, endlich wieder weiche Sohlen unter den Füßen zu haben. Ich bin schon lange ein Sneakerfreund, aber seit diese Schuhe auch zum Business Dress angesagt sind, macht es mir gleich doppelt Spaß, meine private Sammlung zu pflegen.“

So schaffe ich es, dem Alltag zu entkommen und komplett auszuspannen …
„Telefon ausschalten und mal richtig ausschlafen – und das am besten außerhalb der eigenen vier Wände. Um den Kopf so richtig frei zu bekommen, hilft mir eine Wanderung durch die Berge. Da hat man gar keine Zeit und Muße, um über den Job nachzudenken, weil man sich auf den Pfad konzentrieren muss. Unaufmerksamkeiten können hier schnell gefährlich werden. Ich habe das selbst schon einmal auf einem Geröllfeld erlebt.“

Sie haben bei der Glücksfee drei Wünsche frei. Wofür entscheiden Sie sich?
„Das hört sich doch nach einem guten Angebot an. Gesundheit wäre mein erster Wunsch, gefolgt von Wunsch zwei nach einem schnellen und guten Ende der Pandemie. Und dann würde ich mir noch ein Abendessen mit Barack Obama wünschen.“