Umsatzverdoppelung bis 2025

Luis Trenker

©LUIS TRENKER

Autor: Markus Oess
Das alpine Lifestyle-Label Luis Trenker ist zurückgekehrt auf die Pitti Uomo in Florenz. Für Unternehmensgründer Michi Klemera war die Florentiner Messe ein gelungener Auftakt in die Saison. Nach zwei Jahren Pandemie und der Fokussierung auf eigene Aktivitäten will der Bozener auch im Wholesale wieder wachsen und hat sein Engagement entsprechend intensiviert. Unter anderem wird das Label seine Kollektion auch auf den FASHN ROOMS auf dem Areal Böhler in Düsseldorf (21. bis 25. Juli) präsentieren. Wir haben mit Klemera darüber gesprochen, wie er seine Wachstumsziele (Umsatzverdoppelung bis 2025) erreichen will und welche Rolle dabei der Wholesale und die eigenen Vertriebsaktivitäten spielen sollen.

Familie und alpiner Lifestyle. Michi Klemera und Tochter Johanna 

Klemera über die Pitti Uomo und die Resonanz aus dem Handel:
„Die ersten beiden Tage waren sehr gut besucht. Dann war leider feiertagsbedingt weniger los. Insgesamt war die Stimmung aber gut und die Menschen haben endlich wieder einen Sonnenstrahl am Horizont gesehen. Wir haben auch die Großen aus dem deutschen Handel wie GARHAMMER, MEY & EDLICH oder LODENFREY gesehen.“

Klemera über die Rolle für die DACH-Region:
„Berlin war wichtig für den Wiedereinstieg in den deutschen Markt, jetzt aber sind wir einen Schritt weiter und können unsere Vertriebsanstrengungen etwas breiter ausrichten. Für uns ist die Pitti eine sehr wichtige Messe. Wir sind nach Florenz vor allem aus einem Grund zurückgekehrt: Unser Kernmarkt ist die DACH-Region und natürlich Deutschland, genau diese Märkte können wir mit der Pitti sehr gut abdecken und haben zusätzlich noch internationales Publikum auch aus anderen Ländern.“

Klemera über die Bedeutung des Wholesale für das alpine Lifestyle-Label:
„Ich würde nicht von einer Rückbesinnung auf den Wholesale sprechen wollen. Mir war der Wholesale neben unseren strategischen Wachstumsfeldern Online und eigenem Retail als dritte Säule schon immer sehr wichtig. Pandemiebedingt haben wir uns aber in den zurückliegenden zwei Jahren auf die eigenen Verkaufsaktivitäten konzentriert. Wir haben fünf neue Shops eröffnet und unsere Online-Umsätze um 25 Prozent gesteigert. Ich selbst bin mit Leib und Seele Vertriebler. Aktuell macht der Wholesale 30 Prozent unseres Konzernumsatzes aus. Sehr gerne würden wir das ausbauen, wir wissen aber, dass das in den heutigen Zeiten nicht ganz einfach ist. Dennoch werden wir unsere Aktivitäten im Wholesale intensivieren, ich sehe durchaus großes Wachstumspotenzial für unsere Marke, denn mit unserer Heritage und unserem alpinen Lifestyle haben wir unbestritten ein Alleinstellungsmerkmal im Markt. Wir verkörpern ein bestimmtes Lebensgefühl von Naturverbundenheit und Freiheit, das Leben in den Bergen. Deswegen ist auch Nachhaltigkeit ganz automatisch Teil unserer DNA. Gleichzeitig werden wir aber auch unsere eigenen Retailaktivitäten mit derzeit 13 Läden verstärken.“

Klemera über die Stimmung der Händler und was sie generell von der Industrie erwarten:
„Es macht sich ein gewisser Egoismus breit. Nicht alle sind gewillt, gemeinsam zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Das ging in der Pandemie teilweise so weit, dass ich darüber auch Freunde verloren habe. Das ist nun auch nicht verwunderlich angesichts der Pandemie und der Unsicherheit, die gebrochene Lieferketten und vor allem der Ukrainekrieg ausgelöst haben. Wir fahren auf Sicht. Andererseits gibt es auch eine Art Aufbruchstimmung. Die Menschen wollen wieder raus, zusammenkommen und feiern. Auch das hat Einfluss auf die Konsumlaune der Menschen und damit auf die Stimmung im Handel.“

Klemera darüber, was Luis Trenker tun kann:
„Wir sind ein fairer, offen kommunizierender Partner. Wir bieten Topqualität, Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit gegenüber dem Handel. Wir stellen das Produkt in den Mittelpunkt. Deals wollen wir nicht machen. Wir sind mit unserer Kollektion selbstbewusst genug, das zu tun. Wir werden am 19. Juli unsere Händler nach Salzburg in das Schloss Leopoldskron zur Luis Trenker Style Night einladen, um dort unser 25-jähriges Jubiläum nachzufeiern und um Danke zu sagen für die Treue und die gute Zusammenarbeit. Wir werden auch auf den FASHN ROOMS in Düsseldorf ausstellen, um gezielt unsere deutschen Kunden anzusprechen.“

Klemera über Neukunden und Wachstumsziele:
„Natürlich wünschen wir uns auch Neukunden, aber es gibt keine Mindestorder. Wir sprechen mit jedem Neukunden und definieren gemeinsam ein Grundsortiment. Wichtiger als die Erstorder sind die Bereitschaft und der Wille, hinter der Marke Luis Trenker und ihrem Markenkern zu stehen. Wir haben mit Kai Jördens, der kurz vor Ausbruch der Pandemie auf Consuela Stettmaier gefolgt ist, einen sehr fähigen Vertriebs-Chef, der sich dezidiert mit den Bedürfnissen unserer Händler auseinandersetzt. Wir wollen bis zum Jahr 2025 unseren Umsatz verdoppeln und die Produktion von derzeit 180.000 Teilen jährlich auf 350.000 Teile steigern. Dazu sollen alle drei Vertriebskanäle, also Wholesale, Retail und Onlineshop, gleichermaßen beitragen. In dieser Zeit wollen wir auch zehn neue Stores in Österreich und Deutschland eröffnen, drei sind bereits in Planung.“

„Exploring Memories“

Alpin. Urban. Einzigartig. Das Label bewegt sich im Wechselspiel von alpiner Welt und mediterranem Flair. „POLO RALPH LAUREN steht für den Lifestyle der Ostküste in den USA – Luis Trenker für den Lifestyle der alpinen Welt“, heißt es zum Selbstverständnis der Marke.

Dieses alpine Lebensgefühl spiegelt sich auch in der neuen Kampagne Spring/Summer wieder, die mit „EXPLORING MEMORIES: A NEW VISION FOR THE FUTURE“ überschrieben ist. Die Kollektion wurde inspiriert von den Eindrücken, die Weltenbummler nach einer Reise in ferne Länder im Koffer wieder mit nach Hause bringen. Als Shooting Location wurde der Valparolapass, ein Gebirgspass, der die Provinzen Südtirol und Belluno miteinander verbindet, gewählt.