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Deutsch-Äthiopische Verbändekooperation zieht Bilanz

©GESAMTMASCHE

Erfolg

Der Projekterfolg ist da, auch wenn die Rahmenbedingungen vor Ort schwierig bleiben. So bilanzieren der äthiopischen Textilverband ETGAMA und die deutsche GESAMTMASCHE ihre Verbändekooperation Partner Africa Ethiopia. Seit mehr als drei Jahren arbeiten die Verbände an der Intensivierung der deutsch-äthiopischen Geschäftsbeziehungen. Im Zentrum des Projekts stehen Qualitätsverbesserungen und der Aufbau vom Baumwollfeld angefangen nachhaltiger, transparenter Wertschöpfungsketten. Nun steht die vom Bundesentwicklungsministerium geförderte Initiative kurz vor dem Abschluss. Auf seine Textilbranche setzt Äthiopien große Hoffnungen, vor allem auf die staatlich geförderten Industrieparks, die ausländische Investoren ins Land holen und für Jobs sorgen sollen. Weniger bekannt, aber vielversprechend sei indes die große Zahl mittelständischer, oft familiengeführter Textilbetriebe, auf die das Partner Afrika- Projekt von GESAMTMASCHE und ETGAMA abziele, heißt es dazu.

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„Partner Africa Ethiopia konnte im Rahmen von Pilotmaßnahmen entscheidende Qualitäts- und Produktivitätssteigerungen zu erreichen. Ein wichtiger Ansatz war dabei die Anhebung der Faserqualität. Das war die Vorbedingung für Qualitätsverbesserungen sämtlicher weiterverarbeitender Stufen“, sagt Silvia Jungbauer, Hauptgeschäftsführerin von GESAMTMASCHE. Dazu hat das Projekt mit über 40 Farmen und Kleinbauern- Kooperativen in Äthiopien zusammengearbeitet und mehrere Erntezyklen mit Schulungen begleitet. Neben der Faserqualität ging es vor allem um nachhaltige Anbaumethoden. Technische Mitarbeiter aus Firmen sämtlicher Wertschöpfungsstufen erhielten eine bedarfsorientierte Weiterbildung in der Spinnerei, Strickerei und Weberei. Zur Erreichung besserer Qualitäten setzte Partner Africa Ethiopia auch auf eine bessere Vernetzung der Betriebe und transparente Wertschöpfungsketten, bei denen sich die Akteure über die Stufen hinweg zurückverfolgen lassen.

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„Äthiopische Textilhersteller und Modemarken identifizieren sich nicht mit Billigwaren, sondern wollen mit Qualität und einer nachhaltigen Fertigung punkten“, sagt Simone Louis, Projektmanager Partner Africa Ethiopia bei GESAMTMASCHE. „Zum Projektende liegen erste Garne und Stoffe und sogar schon fertige Teile wie T-Shirts oder Polos aus rückverfolgbaren Ketten vor.“ Steigende gesetzliche Anforderungen in Europa wie etwa das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und demnächst die EU-Lieferkettenrichtlinie machen es für äthiopische Firmen unumgänglich, sich mit Compliance-Themen und Zertifizierung zu befassen. Gesamtmasche arbeitet daher an einem Folgekonzept, das den Schwerpunkt auf Zertifizierung und Lieferkettentransparenz legt. „Die Hürden in diesem Bereich sind hoch“, sagt Jungbauer. „Wir hoffen, dass unser Projekterfolg nicht durch Bürokratie und starre Auflagen konterkariert wird.“ Die Kooperative Shelle Mella im südäthiopischen Rift Valley ist bereits seit 2017 nach EU-Öko- Verordnung zertifiziert. Die Baumwollfarmerinnen der benachbarten Kooperative in Chano Dorga wollen künftig ebenfalls auf zertifizierte Qualitäten setzen. „Die Feldschulen waren eine großartige Unterstützung für uns und sollten unbedingt fortgesetzt werden.“ Auf vielen Feldern in der Region Arba Minch werden mehrjährige Baumwollpflanzen mit einjährigen Kulturen vermischt. Das dämmt den Schädlingsbefall ein und sorgt für eine lange Ernteperiode. Der Einsatz von Chemie oder Biotech-Saaten unterbleibt schon aus Kostengründen. Das seien beste Startvoraussetzungen für die Zertifizierung.