Zalando: weniger Umsatz, mehr Profit

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Kennzahlen

Der Onlinegigant Zalando meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 ein (Bruttowarenvolumen) GMV und einen Umsatz, die im Rahmen der angepassten Unternehmensprognose liegen. Für das angepasste bereinigte EBIT wurde das obere Ende der prognostizierten Spanne erreicht. Das GMV ging 2023 um 1,1 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zurück, während der Umsatz um 1,9 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro sank. Das bereinigte EBIT für das Gesamtjahr stieg von 185 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro. Eine zunehmende Anzahl an Partnern nutzte die Zalando Logistiklösungen und baute ihr Geschäft auf Zalando weiter aus. Der Anteil des Partnergeschäfts am GMV des Fashion Stores stieg um fast 2,8 Prozentpunkte auf 39,2 Prozent. Der Anteil der von Zalando Fulfillment Solutions versandten Artikel stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozentpunkte auf 62 Prozent. Im vierten Quartal konzentrierte sich Zalando darauf, seine Profitabilität zu steigern und die Bruttomarge zu verbessern, wodurch das bereinigte EBIT im Jahresvergleich entsprechend der Unternehmensprognose um 25 Prozent auf 183 Millionen Euro stieg.

„Dank unserer finanziellen Disziplin konnten wir unsere Profitabilität auch im vierten Quartal erneut verbessern”, sagt Dr. Sandra Dembeck, CFO von Zalando. „Gemeinsam mit unserer gesunden Bilanz ermöglicht uns dies, weiterhin in strategisch wichtige Bereiche im Sinne unserer Ökosystem-Vision zu investieren. Dazu zählt die Qualität unseres Kund:innenerlebnisses, neue Mode- und Lifestyle-Angebote, Technologien zur Steigerung der Kund:innenbindung und die Erweiterung unseres B2B-Angebotes. Wir besitzen die finanzielle Stärke, das Ökosystem für den Mode- und Lifestyle-Onlinehandel erfolgreich aufzubauen.“ In diesem Jahr will Zalando auf den Wachstumspfad zurückzukehren, die Profitabilität weiter steigern und investieren. Das Unternehmen erwartet für 2024 eine Steigerung des GMV und des Umsatzes zwischen 0 und 5 Prozent im Vergleich zu 2023. Das bereinigte EBIT für 2024 soll zwischen 380 Millionen Euro und 450 Millionen Euro liegen.

Das Ökosystem rund um die Bereiche Business-to-Consumer (B2C) und Business-to-Business (B2B) will Zalando weiter auszubauen. Im B2C-Bereich setzt Zalando auf „Qualität als Differenzierungsmerkmal, weitet sein Lifestyle-Angebot aus und macht das Einkaufserlebnis inspirierender und unterhaltsamer“, heißt es zur Strategie des Unternehmens für die nächsten Jahre. Im B2B-Bereich öffnet Zalando seine Logistik-, Software- und Service-Infrastruktur, um das E-Commerce-Geschäft von Markenpartnern und -händlern zu stärken – auf und außerhalb der Zalando Plattform Die aktualisierte Strategie soll das Wachstum bis 2028 vorantreiben. Zalando prognostiziert eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5 bis 10 Prozent, sowohl beim Bruttowarenvolumen (GMV) als auch beim Umsatz. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen eine bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent im Jahr 2028. Mit dem Ökosystem-Ansatz rund um die Wachstumsfelder B2C und B2B will Zalando langfristig etwa 15 Prozent des europäischen Modemarktes bedienen, der insgesamt ein Volumen von 450 Milliarden Euro umfasst. „Unser klares Ziel ist es, zu einem starken Wachstum zurückzukehren und unsere Margen weiter auszubauen. Unsere mittelfristige Prognose ist Ausdruck dieser Ambition”, sagte Robert Gentz, Co-CEO von Zalando. „Im Endkund:innengeschäft differenzieren wir uns mit qualitativ hochwertigen Produkten und Einkaufserlebnissen. Dazu gehören auch neue Angebote, die zum jeweiligen Lebensstil unserer 50 Millionen Kund*innen in ganz Europa passen sowie personalisierte, inspirierende und unterhaltsame Inhalte, die weit über die reine Transaktion hinausgehen. Im B2B-Bereich treiben wir die Geschäfte von Partnern und Händlern auf und außerhalb von Zalando voran, indem wir ihnen unsere Logistik-, Software- und Service- Infrastruktur zur Verfügung stellen.”

Der Konzern hat drei Fokusthemen definiert: Der erste Fokus von Zalandos B2C-Wachstumsstrategie liegt auf Qualitätsangeboten als Differenzierungsmerkmal entlang der gesamten Customer Journey. Das umfasst das Sortiment, das digitale Einkaufserlebnis, nachhaltige und inklusive Angebote, aber auch personalisierte Services. Darüber hinaus legt das Unternehmen Wert auf ein nahtloses und individuelles digitales Erlebnis, das durch verschiedene Tools, wie beispielsweise Zalandos Größenempfehlung, unterstützt wird. Hierbei kommen Technologien wie Computer-Vision und Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Etwa 60 Prozent aller auf Zalando angebotenen Artikel sind bereits mit einer Größenempfehlung versehen. Darüber hinaus verankert Zalando Vielfalt und Inklusion noch stärker im Sortiment und bietet ein Produktangebot, das unterschiedliche Lebensrealitäten und Identitätsmerkmale berücksichtigt.

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Der zweite Fokus von Zalandos B2C-Strategie liegt auf dem Ausbau des Lifestyle- und Modeangebots, um die Lebensrealitäten der Kund:innen und ihre persönlichen Bedürfnisse besser zu bedienen. Zalando baut dafür das Angebot in bestehenden Bereichen aus – mit einer Kombination aus einem umfangreicheren Sortiment, Beratungsfunktionen, personalisierten Inspirationselementen und höchstem Komfort. Hierzu gehört zum Beispiel der Bereich „Sport”, der immer mehr an Bedeutung im Leben der Zalando Kund*innen gewinnt, sowie „Kinder & Familie”. Zalando plant außerdem, mehr seiner bereits existierenden Fashion- und Lifestyle- Bereiche in weiteren europäischen Märkten einzuführen.

Der dritte Fokus der B2C-Wachstumsstrategie liegt auf der Integration von personalisierten, inspirierenden und unterhaltsamen Inhalten in das Online-Shopping-Erlebnis mithilfe von Daten und Technologie. Diesen Weg hat Zalando bereits 2022 mit seinem Erwerb von Highsnobiety sowie dem Launch von Storys auf Zalando im vergangenen Jahr eingeschlagen. „Mit unserer B2C-Strategie rund um Qualität, Lifestyle und Inspiration heben wir uns klar vom Wettbewerb ab und werden weiterhin Marktanteile gewinnen“, sagt David Schneider, Gründer und Co-CEO von Zalando.

Im B2B-Geschäft will Zalando europaweite E-Commerce-Transaktionen für Markenpartner und -händler ermöglichen. Neben dem B2C-Geschäft wird Zalando ab 2024 auch erstmals Ergebnisse für das B2B-Segment ausweisen. Die kürzlich eingeführte Marke ZEOS soll die europäische Mode- und Lifestyle- Branche prägen und E-Commerce-Transaktionen auf und außerhalb von Zalando ermöglichen, die von Kund:innen beispielsweise auf About You, ASOS oder Otto getätigt werden.

In den vergangenen 15 Jahren hat Zalando Logistiklösungen und Technologien aufgebaut, die auf die Bedürfnisse der Mode- und Lifestyle-Branche zugeschnitten sind. ZEOS könne daher auf ein Netzwerk von zwölf Logistikzentren, rund 20 Retourenzentren und mehr als 40 lokalen Transportdienstleistern zurückgreifen. Hinzu kommen die von Zalando selbst entwickelten E-Commerce-Anwendungen und die Expertise von Tradebyte, dem führenden Marketplace- Integrator, der seit 2016 zu Zalando gehört. ZEOS sei bereits heute ein profitabler Geschäftsbereich mit einem Umsatz von 0,9 Milliarden Euro. ZEOS umfasst künftig drei Bereiche. Erstens: Logistik, Software und digitale Dienstleistungen. Zalando will überdies in seinem eigenen operativen Betrieb und bei seinen Eigenmarken bis 2040 und im gesamten Unternehmen bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen.