
Der stationäre Schuhhandel hat das erste Halbjahr 2025 mit einem Minus von drei bis vier Prozent abgeschlossen, erklärt der BTE. Alle sechs Monate lagen laut Statistischem Bundesamt im negativen Bereich, lediglich der März erreichte nahezu Vorjahresniveau. Deutlich anders entwickelt sich das Online-Geschäft. Laut einer bevh-Umfrage stiegen die Ausgaben für Schuhe im Internet im ersten Quartal um 5,8 Prozent, im zweiten Quartal sogar um 7,6 Prozent. „Viele Kunden haben sich während Corona an den Online-Einkauf gewöhnt, zudem ist die Angebotsqualität gestiegen“, sagt BTE-Experte Sönke Padberg.
Der Rückgang im stationären Handel wird vor allem mit der Insolvenz- und Schließungswelle begründet. Die Zahl der Schuhhändler ist seit 2010 von über 5.000 auf aktuell rund 2.500 gesunken. Einschließlich Filialen liegt die Gesamtzahl nach BTE-Schätzungen bei unter 8.000. „Die Kosten sind seit 2020 um rund 30 Prozent gestiegen, viele Händler rutschen in die roten Zahlen“, sagt Padberg. Für 2025 rechnet die Mehrheit der Händler mit weiteren Rückgängen. Hauptprobleme seien Kaufzurückhaltung, Bürokratie und steigende Personalkosten. 2024 lag der Gesamtumsatz der Branche bei 11,62 Milliarden Euro, 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr.