Produktion
Beim türkischen Produktionswerk der Digel AG, Digel Tekstil in Izmir, schwelt seit Jahresanfang zu einem Konflikt zwischen Beschäftigten, der Gewerkschaft TEKSIF und dem Unternehmen. In einer Mitteilung der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) werden nun Vorwürfe gegen den türkischen Produktionsbetrieb erhoben. Die Digel-Führung hält dagegen. CCC beruft sich auf Angaben der Gewerkschaft TEKSIF und Beschäftigter. Demnach habe sich eine Mehrheit der rund 400 Mitarbeitenden Anfang 2025 der Gewerkschaft angeschlossen, woraufhin TEKSIF vom Arbeitsministerium eine vorläufige Anerkennung erhalten habe. Die Gewerkschaft berichtet von Einschüchterungen, erzwungenen Austritten, Problemen bei Löhnen, Arbeitsbedingungen und Sicherheit sowie von insgesamt 15 Entlassungen, die laut TEKSIF und CCC rechtswidrig erfolgt seien. Beschäftigte sprechen von unzureichender Bezahlung und Mobbingvorwürfen. Die Angaben sind Gegenstand verschiedener Verfahren und behördlicher Prüfungen.
Digel weist die Vorwürfe deutlich zurück. Das Unternehmen erklärt, man halte die gesetzlichen Anforderungen ein, zahle marktübliche und zuletzt deutlich erhöhte Löhne und man erfülle die sozialen Standards. „Unsere letzte Lohnerhöhung lag in der Türkei im Schnitt bei 35 Prozent, vergleichsweise hierzu lag die Mindestlohnerhöhung bei 29 Prozent. Wir kümmern uns um Transport und Abholung der Mitarbeiter aus ihren Wohnbezirken und stellen freies Essen und Trinken im Betrieb zur Verfügung“, heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens. Auch die Arbeitssicherheit werde regelmäßig auch durch externe Fachkräfte überprüft. Digel verweist auf Deutschland, wo das Unternehmen als tarifgebundenes Mitglied mit Betriebsrat und Gewerkschaften eng zusammenarbeite. Das Unternehmen betont, dass das gesetzliche Verfahren zur gewerkschaftlichen Anerkennung noch laufe und es derzeit keine formale Vertretung im Betrieb gebe. Ergebnisse laufender gerichtlicher und behördlicher Verfahren stünden also noch aus.
