Shift Amsterdam: „Time to fly“

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Formatiert

Die Menswearmesse Shift läuft in Amsterdam zum dritten Mal. Gründer und Messe-Chef Rick van Rijthoven sagt gegenüber FT, man habe das Format nach ersten Gehversuchen weiterentwickelt und sei nun bereit nach dieser dritten Ausgabe, dieses kontinuierlich auszubauen. Sicherheit gebe die Kooperation mit sieben führenden niederländischen Agenturen. Diese hätten zugesichert, mindestens vier Saisons mit Shift zusammenzuarbeiten – damit habe man die Grundlage, „durchzustarten“ und die Messe auszurollen. Van Rijthoven positioniert Shift als Link zwischen Markt und Zukunft: „Die Shift bildet die Brücke zum bestehenden Markt, will aber vor allen Dingen neue Fashion-Brands und Newcomer im Fashion-Handel zusammenbringen und damit der nächsten Generation eine Plattform bieten.“

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Unterschiedliche Schwerpunkte setzt Thimo Schwenzfeier, Messedirektor der deutschen Shift-Ausgabe, die im Juni in Offenbach Premiere feiern soll. Er sagt: „Die Stimmung ist gut, aber wir werden für Deutschland auch einiges anders machen, so bieten wir in Offenbach Mens- und Womenwear. Wir sind keine Order-Veranstaltung, sondern wollen als Kommunikationsplattform vor allen Dingen Networking, Inspiration und Marketing in den Fokus nehmen.“ Gerade nach der Pitti habe er „einige mündliche Zusagen“ erhalten, deutlich im zweistelligen Bereich. „Der Wunsch der Branche nach einer deutschen Messe ist deutlich spürbar“, sagt Schwenzfeier zu FT. Er will aber auch Marken, die auf der Shift und der Modefabriek vertreten waren, nach Offenbach holen. Potenzial hätten viele davon.

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Außerdem werde Offenbach zweitägig laufen. Zudem: „Wir werden auch einen Eintritt verlangen, um wirklich nur interessiertes Fachpublikum anzusprechen und auch den Wert einer solchen Plattform zu kennzeichnen.“ Beim Standkonzept setzt Schwenzfeier auf Plug and Play: „Es geht mir in dem Sinne um eine gewisse Demokratisierung der Mode.“ Angeboten werden fünf Flächen von zehn bis 40 Quadratmeter. Und es werde kuratiert: „Wir haben Kriterien wie Wholesale-Tauglichkeit, Lifestyle, Innovation, progressive Mode und Storytelling.“ Für Matching und Akquise will er „mit Hyperscouts, dem KI-Modelling und Matching-Modell Marken und Händler neu zusammenbringen“. Ein wichtiger Termin steht vorab: „Am 5. März werden wir einen Sneak Peek in Offenbach veranstalten.“ Spätestens bis 15. März dürfte man final wissen, ob man „durchstarten“ könne.

Die Ausstellersicht fällt unterschiedlich aus: Sven Wandres, Geschäftsführer Meyer-Hosen sagt: „Wir sind das erste Mal mit M5 auf der Shift. Das ist für uns ein Test.“ Dieser sei allerdings durchaus positiv verlaufen. Frank Michel (Baldessarini) ist dabei, weil in den Niederlanden noch keine Agentur steht. Eric van Müllern (EK Retail) lobt: „Kein Scannen, niedrigschwelliger Zugang. Ich finde die Messe gelungen.“ Pascal Moskowiter, Agent für Tom Ripley, ist enttäuscht von der Händlerresonanz. Sagt aber auch, dass Messe und Marke nicht wirklich matchen: „Möglicherweise müssen wir proaktiv stärker auf den Handel zugehen.“ Remco Korf (Rotterdam), Chef einer der sieben unterstützenden Agenturen ist mit der dritten Ausgabe indes ganz glücklich – und er denkt darüber nach, mit Karhu Shoes auch nach Offenbach zu kommen.