Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Kommentar

Autor: Maximilian Fuchs

Die gesamtwirtschaftliche Lage ist angespannt und nach einem positiven Februar ist es schon wieder vorbei mit Heiterkeit. Die Kosten für Energie und Nahrungsmittel stiegen im März auf Rekordwerte und auch die Inflationserwartungen von Konsumenten und Betrieben geben keinen Anlass zum Optimismus. Dabei lebt Wirtschaft vom Vertrauen in die Zukunft!

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Die Bundesregierung hat just eine auf zwei Monate beschränkte Senkung der Energiesteuer beschlossen, um Autofahrer zu entlasten. Wenn es denn auch wie im Papier umgesetzt und kartellrechtlich kontrolliert wird, so würden sich die 17 Cent pro Liter deutlich bemerkbar machen. Für private Haushalte, aber auch für Unternehmen – und so kann man wirtschaftspolitisch nur hoffen, dass die Fahrleistung auf deutschen Autobahnen (als wichtiger Konjunkturindikator) wieder zunimmt. Denn im März 2026 gab es einen deutlichen Knick; die Fahrleistung mautpflichtiger Lastwagen sank kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Bundesamt für Logistik und Mobilität berichtet. Damit lag der kalenderbereinigte Fahrleistungsindex zugleich 0,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. „Die deutsche Industrie kommt nicht in Schwung“, resümiert Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen die aktuelle Lage. Vielleicht schafft ja das soeben verabschiedete Entlastungvorhaben der Koalition den Wendepunkt.

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Dabei leidet nicht nur die hiesige Konjunktur, auch international sorgen die politischen Spannungen für Druck auf die Wirtschaft. In den USA sind die Spritpreise ebenfalls deutlich gestiegen und die Stimmung unter den US-Konsumenten wird als so schlecht wie nie beschrieben. Zu diesem Ergebnis kommt die University of Michigan in ihrer soeben veröffentlichten Konsumklimastudie. Diese wird seit 1952 veröffentlicht und verbuchte im März 2026 den niedrigsten Wert seit Panel-Beginn. Und auch in China machen sich die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten bemerkbar. So sind im März erstmalig seit mehr als drei Jahren die Erzeugerpreise wieder gestiegen.

Wie also mit positivem Blick in die Zukunft schauen? Indem man die Hoffnung auf Frieden beibehält. Denn die weitere konjunkturelle Entwicklung hänge „entscheidend vom Fortgang der Konfliktsituation im Nahen Osten“ ab, wie das Bundeswirtschaftsministerium die Lage zusammenfasst. Und wenn die Investitionen in Infrastruktur, Transformation und Innovation wirksam werden, dann kann Deutschland die Stagnation in Aufbruch verwandeln.