Das Konsumklima ist angesichts der weltweiten Krisen und Kriege eingetrübt und auch die Ausblicke für die kommenden Monate 2026 halten sich vielmehr bedeckt. Ein Überblick über aktuelle Stimmungslagen, Reaktionen und Verhalten von Endverbrauchern.
Die Stimmung der Endverbraucher in Deutschland hat sich laut letzten GfK-Erhebungen im März 2026 weiter verschlechtert. Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges ist der GfK-Konsumklima-Index, herausgegeben von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sowie dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), im vergangenen Monat von einem Wert um minus 24,2 Punkte auf minus 24,8 Punkte gesunken. Im April 2026 wird eine zusätzliche deutliche Abwärtsentwicklung auf minus 28 Punkte erwartet. Dabei hat sich zuletzt die Anschaffungs- und Sparneigung kaum verändert, jedoch war die Einkommenserwartung rückläufig. Als Folge des Iran-Krieges befürchten Konsumenten eine stark ansteigende Inflation.
Tatsächlich ist die Inflationsrate sprunghaft angezogen. Nach einem Wert von 1,9 Prozent im Februar 2026 hat sich laut statista die Inflationsrate im März 2026 auf 2,7 Prozent erhöht. Konsumgüter- und Energiepreise stehen als Treiber besonders im Fokus. Die aktuelle YouGov-Studie zu Reaktionen und Verhalten von Konsumenten in den anhaltenden Krisen- und Inflationszeiten ermittelt, dass 67 Prozent der erhobenen Haushalte mit viel Sensibilität und Unverständnis gegenüber Preiserhöhungen reagieren und gegebenenfalls schnell dazu neigen, Handel sowie Hersteller mit Nicht-Kauf abzustrafen.
Und auch wenn bei Konsumenten nach preislichen Schockwellen – wie insbesondere in den Jahren 2022 und 2023 – ein gewisses Maß an Krisenanpassung erfolgt, so ist nach der Erhebung über die Jahre doch eine nachhaltige und steigende Preisorientierung von Endverbrauchern beobachtbar. Laut Studie erweisen sich vor diesem Hintergrund speziell Premiummarken als resilienter, die in Krisenzeiten an ein positiv belegtes Lebensbild anknüpfen und Qualitätsgedanken vermitteln. Es gewinnen demnach die Marken, die der „Logik des Besonderen“ folgen, Singularitäts-Merkmale für sich beanspruchen können.
Eine im März 2026 durchgeführte Befragung der TeamBank AG ergab, dass sich bei Konsumenten Bekleidung und Schuhe neben Urlaubsreisen und Restaurantbesuchen ganz oben auf der Einspar-Liste finden.
Da der Kauf von Bekleidung nicht zwingend erforderlich ist, steht das Segment in puncto Einsparungen jedoch besonders im Blickfeld. Eine noch im März 2026 durchgeführte Befragung der TeamBank AG ergab, dass sich bei Konsumenten Bekleidung und Schuhe neben Urlaubsreisen und Restaurantbesuchen ganz oben auf der Einspar-Liste finden. Christian Polenz, Vorstandsvorsitzender der TeamBank, erklärt dazu: „Die finanzielle Resilienz vieler Menschen ist spürbar geschwächt. Wir beobachten, dass Konsumentscheidungen heute mit deutlich mehr Zurückhaltung getroffen werden als früher – ein Trend, der zeigt, wie sehr das Vertrauen in die eigene finanzielle Stabilität unter Druck geraten ist.“
Dahingegen erfreuen sich Secondhand-Konzepte für Bekleidung gerade in Krisenzeiten eines positiven Zulaufs und zunehmender Beliebtheit bei Konsumenten. Nach jüngst erschienenen Geschäftszahlen der Online-Handelsplattform Vinted konnte das Unternehmen einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro für das Jahr 2025 verbuchen. Dies entspricht einem Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Bruttowarenvolumen kletterte um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 10,8 Milliarden Euro.


