In der zurückliegenden Ausgabe habe ich Professor Heiner Flassbeck interviewt. Er ist einer der international anerkanntesten Ökonomen der Republik und findet bedauerlicherweise medial zu wenig Gehör. Derzeit haben andere national-ökonomische Sichtweisen Konjunktur, obwohl sie ideologisch dem letzten Jahrtausend entspringen. Dabei bringt Professor Flassbeck die nationalökonomischen Zusammenhänge auf den Punkt. Ich habe bewusst provokant geschrieben, Schulden sind die Lösung. Ich empfehle, das Interview auch weiterzulesen, um zu erfahren, warum. Der deutsche Staat ist weder das Haus von Frau Müller noch die heimische Bäckerei. Er ist wie alle Volkswirtschaften ein komplexes Gebilde. Da hilft es, abstrahiert und in Gleichgewichten zu denken, um die Wirkmechanismen zu verstehen. Sparen bedeutet volkswirtschaftlich, dem Kreislauf Geld zu entziehen. Nicht klug, denn Geld, zumindest da ist man sich einig, ist das Schmiermittel der Volkswirtschaft. Schon mal auf Dauer einen Motor ohne Öl gefahren, Frau Reiche, die Sie die Bedeutung fossiler Energieträger nicht zu überschätzen wissen?
Über die Republik hat sich ein Mehltau der Resignation gelegt, der offensichtlich zu bundesweiten Lähmungserscheinungen führt. Maro Nachtrab, Geschäftsführer des Hosenspezialisten BRÜHL, moniert genau das: Auf Regierungsebene passiert nichts oder wenn, nur in homöopathischen Dosen, die den vielen Lobbyisten im Land nicht wehtun. Siehe neues Heizungsgesetz, siehe Gesundheitsreform. Nachtrab steht für viele mittelständische Unternehmer/Manager, die erwarten, dass diese Bundesregierung liefert. Wenn ich hinzufügen darf, wenn falsch, dann wenigstens konsequent. Konsequente Fehler lassen sich korrigieren, wenigstens weiß man, woran man ist, und kann damit arbeiten.
Sei es drum: Blau ist kein Rosa: Wir haben uns diesmal Denim als Schwerpunktthema vorgenommen. Warum? Nun, Denim ist in der Mode einfach gesetzt und wirklich jede Konsumentin, jeder Konsument hat den blauen Stoff im Kleiderschrank, setzt ihn täglich ein. Jeans-Looks trumpfen über Innovationen, neue Silhouetten und Materialien doch immer wieder neu auf. Wir werfen einen Blick auf aktuelle Trends und Zahlen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise eines besonderen Stoffes, der für Work- und Streetwear, jugendliche Rebellion und modische Ästhetik steht. Wir haben Bobby Tohma, Amhot Holdings LLC, Osaka, gesprochen. Er kuratiert eine Sonderfläche für japanischen Denim auf der Kingpins in Amsterdam. Er erklärt Handwerk und die Zukunft einer einzigartigen Kultur und warum die Orders bis 2028 voll sind. Wie glaubwürdig ist Luxusdenim? Carl Tillessen, Trendanalyst, Berater und Autor sowie Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts, DMI, stand FASHION TODAY Rede und Antwort und ordnet das Phänomen nicht nur historisch ein. VICUNHA gibt uns Einblicke in Trends beim Denim der Zukunft.
Abseits von Denim erklärt KATAG-Chef Dr. Daniel Terberger, warum Brems- und Gaspedal gewissermaßen gleichzeitig betätigt werden, Márton Liszka spricht über die neue Spießigkeit und natürlich haben wir unsere traditionellen Musiktipps für Sie. Klicken Sie mal rein!
Ihr
Markus Oess


