Neugründung
Der Lederwarenhersteller PICARD aus Obertshausen bleibt in Familienhand. Martin Picard hat sich im Investorenprozess mit dem Votum des Gläubigerausschusses gegen Mitbewerber durchgesetzt und zum 1. Oktober die wesentlichen Vermögenswerte der PICARD Lederwaren GmbH & Co. KG und der PICARD Leathergoods Retail GmbH & Co KG übernommen, teilt das Unternehmen mit. Beide Gesellschaften befanden sich seit Mitte Juni in einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Als Grund hatte die Geschäftsführung eine erhöhte Kaufzurückhaltung der Kundschaft genannt.
Martin Picard führt das Geschäft als alleiniger Geschäftsführer in den neu gegründeten Gesellschaften PICARD Leathergoods GmbH und PICARD Retail GmbH fort. Erhalten bleiben der Standort Obertshausen mit Outlet-Store sowie die Marken-Stores an den Flughäfen Frankfurt am Main und München. Von zuvor etwa 90 Beschäftigten werden rund 55 übernommen; etwa 20 erhielten die Kündigung, ein Sozialplan ist vereinbart. „Leider können nicht alle Kolleginnen und Kollegen den Weg mit uns weiter gehen, das schmerzt mich sehr„, sagt Picard. Das Amtsgericht Offenbach kann die Verfahren damit in den kommenden Wochen einstellen. Die eingeleiteten Anpassungen bei Markenauftritt, Produkt und Vertrieb würden weiter ausgebaut, kündigt Picard an.
