Arbeitsbedingungen
Die Clean Clothes Campaign (CCC) fordert alle Marken, die in Bangladesch produzieren lassen, auf, die Lohnforderung der Textilarbeiter zu unterstützen. Diese verlangen einen Mindestlohn von 32.000 Taka (rund 230 Euro) im Monat. Laut CCC seien wegen der Proteste mehr als 600 Fabriken in und um Dhaka geschlossen. Der Herstellerverband BGMEA drohe, bei anhaltenden Protesten die Regel „no work, no pay“ anzuwenden. Der aktuelle Mindestlohn liegt seit 2023 bei 12.500 Taka. Bei den damaligen Protesten starben laut CCC vier Arbeiter.
Die CCC verlangt von den Marken, sich öffentlich zu weiteren Aufträgen in Bangladesch zu bekennen und die höheren Lohnkosten vollständig in ihren Einkaufspreisen zu tragen. „Es ist entscheidend, dass Marken sofort handeln und sich öffentlich hinter die Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter stellen, statt das Ende der Lohnverhandlungen abzuwarten“, sagt Anne Bienias von der CCC. In einer CCC-Umfrage unter mehr als 1.000 Beschäftigten hätten 89 Prozent angegeben, ihr Lohn decke nicht die Grundausgaben der Familie.