Der Trenchcoat hat eine bewegte Geschichte und ein ikonisches Design, das Anfang des 19. Jahrhunderts seine Geburtsstunde feierte. Denkt man an die wasserabweisenden Mäntel, ist wahrscheinlich eine der ersten Assoziationen das Militär oder aber die britische Traditionsmarke BURBERRY. Prinzipiell stimmt die Richtung, doch ebenso beteiligt an der Entstehung und dem Erfolg dieses besonderen Regenmantels, der für den British Style steht, sind die Marke AQUASCUTUM und ihr Gründer.
Als „Mantel für den Schützengraben“ trägt er sein Erbe im Namen und doch ist der Trenchcoat heute so viel mehr. Als Outerwear Piece steht er vor allem für einen eleganten Business Style und guten Begleiter bei wechselhaftem Wetter. Entwickelt wurde er von John Emary (AQUASCUTUM) und Thomas Burberry, die zuerst wasserabweisende Woll- und später Gabardine-Stoffe für ihre Produkte nutzten. Um 1900 lieferten die beiden ihre leichteren Offiziersmäntel an die britische Armee. Anfangs wurden diese vormals von Offizieren und höher gestellten Soldaten getragen, da sie oft privat gekauft werden mussten und somit neben der Funktion auch Rang und Klasse markierten. Die typischen Merkmale sind aus den Anforderungen im Schützengraben entstanden: Doppelte Knopfreihe, Gürtel, Sturmklappen, Rückenkoller und Regengürtel haben dafür gesorgt, dass ihre Träger in extremen Stress- und Wettersituationen von ihrer Oberbekleidung unterstützt wurden. Auch die klassische Standardfarbe in Kaki/Beige geht auf die militärisch motivierte Tarnabsicht zurück. Nach den beiden Weltkriegen vermarktet die Industrie den Trenchcoat erfolgreich an die bürgerliche Mitte. Das charakteristische Check-Muster wurde übrigens erst in den 1920er-Jahren als offizielles BURBERRY Lining für die Regen- und Trenchcoats eingeführt. Ab den 1960er-Jahren gewann das Muster an Popularität und wurde auch außen sichtbar. Heute steht es für den typischen BURBERRY-Stil und ist Teil der Marken-DNA.

Seinen Glamour verdankt der wandelbare Mantel dem amerikanischen Film. So trug ihn Humphrey Bogart in „The Maltese Falcon“ und „Casablanca“, Marlene Dietrich und andere Stars ihrer Zeit prägten das Kleidungsstück als Ausdruck von Geheimnis und Ambiguität, aber auch von Klasse und Stil. Unvergessen auch der smarte Zeichentrick-Detektiv „Inspector Gadget“, dessen multifunktionaler Mantel insgeheimer Co-Star war und immer die passende Lösung in der Tasche trug.


