Plus, no minus

TOM RIPLEY

©TOM RIPLEY

Autor: Markus Oess

TOM RIPLEY bleibt in einem schwierigen Marktumfeld auf Wachstumskurs. Nach Angaben von Geschäftsführer Wolfgang Müller liegt die Marke aktuell rund 10 Prozent über Vorjahr. Besonders der eigene Onlineshop entwickelt sich dynamisch und verzeichnet erneut Zuwächse zwischen 80 und 100 Prozent. Parallel baut das Unternehmen seinen Vertrieb in Deutschland sowie in den Nachbarländern weiter aus. Auf der Pitti Uomo in Florenz präsentiert TOM RIPLEY die Kollektion Frühjahr/Sommer 2027 an einem neuen, größeren Standort. Inhaltlich setzt die Marke ihren Kurs fort: Strick, Strickpolos, durchgeknöpfte Polos, Leinen und natürliche Materialien bilden weiterhin den Schwerpunkt.

WERBUNG
Wolfgang Müller ©Christoph Vohler

FASHION TODAY MEN: Wolfgang, TOM RIPLEY verzeichnet trotz eines „schwierigen Marktes“ ein Plus. Woher kommt der Zuwachs – ist es die Marke selbst, die Strategie oder trotz der schwierigen Marktlage der richtige Zeitpunkt?
„Es ist die Kombination aus allem. Design, Preis, Leistung – Strickpolo ist im Trend. Und was wir merken: Aktionen wie die Werbung auf Beats Radio und die Sonderkollektion mit Tobi Haas, beides im März, haben die Marke digital deutlich bekannter gemacht. Wir werden Aktionen wie diese auch im nächsten Jahr wiederholen.“

Dein Onlineshop ist mit plus 100 Prozent der größte Einzelvertriebskanal und bereits profitabel. Wie hast du es geschafft, so viel aus dem digitalen Kanal herauszuholen – und was lernst du daraus für die Marke TOM RIPLEY?
„Es ist der Mix aus Influencern, Instagram – und klar: Google Advertising. Das klassische Onlinemarketing hat geholfen. Wir sehen, dass die Marke digital funktioniert. Die Retourenquote liegt bei 20 Prozent. Das kann sich sehen lassen.
Vorwiegend kaufen Selbstständige oder leitende Angestellte. Strick, Strickpolos und durchgeknöpfte Polos sind beliebt. Ein Kaufargument ist sicher auch Handmade in Italy, wobei wir gegenüber der italienischen Konkurrenz mit Preisen von generell unter 200 Euro überaus wettbewerbsfähig sind.“

Ihr konzentriert euch auf die DACH-Region und Benelux. Warum gerade diese Märkte – und welche konkreten Schritte unternimmst du, um den Vertrieb dort weiter „hochzufahren“?
„Traditionell passt die Marke TOM RIPLEY gut zu den Anrainerstaaten, zu Italien. Und wir folgen natürlich auch einer gewissen Vertriebs- und Expansionslogik. Wir wollen in der Region organisch wachsen und setzen hier vor allem auf die Betreuung der Märkte durch unsere Agenten. Aber auch auf der Pitti Uomo wollen wir natürlich Händlerkontakte knüpfen.“

In Österreich arbeitet ihr mit KNAUS, in Belgien mit Franklin Clavie. Wie wählst du deine Partner aus?
„Es ist bekanntlich gar nicht so einfach, gute Agenten zu finden. Wir hatten Glück und bieten ein gutes Produkt. Vor allen Dingen müssen die Agenten aktiv sein und gut im Markt etabliert. Das heißt, wir brauchen einen Showroom, das passende Markenumfeld mit Premium-Brands und eine gewisse Kreativität sowie gute Kontakte in den Markt hinein.“

Euer neues Designbüro in London soll die Marke näher an internationale Trends bringen. Warum London und nicht Mailand?
„Deborah, die sich um die Kollektion kümmert, lebt nun mal in London. London passt einfach mit seinem Großstadt-Flair sehr gut zu uns.“

Ihr produziert ausschließlich in italienischen Familienbetrieben. Wie wichtig ist diese Herkunft für eure Kunden – und wie geht ihr mit den höheren Kosten um?
„Die Produktion in Italien ist für uns essenziell. Wir haben die Kostenstruktur tatsächlich im Griff. Der Markt akzeptiert unsere Preisstruktur, obwohl wir mit unseren Teilen im Sommer unterhalb von 200 Euro bleiben.“

Die Kapselkollektion mit Tobi Haas dient als Test für digitale Aktivierungen. Welche Erkenntnisse hat es bisher gebracht – und wie integriert ihr Social Media langfristig in eure Vertriebsstrategie?
„Die Aktion mit Tobi Haas hilft uns digital enorm viel. Wir werden die Kooperation mit ihm auf jeden Fall beibehalten. Social Media und vor allem Google sind zentrale Stellschrauben für unsere Digitalstrategie.“

Sommerzeit ist Pitti-Zeit. Was nimmst du aus Florenz mit?
„Das kann ich offen gestanden noch gar nicht so sagen. Inspiration wahrscheinlich, ein Gefühl für den Markt und Signale für die Order. Auf jeden Fall hoffe ich, dass es nicht wieder so heiß wird.“

WERBUNG

DEINE ZITATE AUS DEM TELEFONAT

„In diesem Jahr wechseln wir auf der Pitti unseren Standort. Wir sind jetzt im Untergeschoss des Padiglione Centrale, schräg gegenüber vom Treppenaufgang. Der Stand ist größer und ich verspreche mir von der höheren Sichtbarkeit auch positive Effekte. Ich bin sehr froh darüber, dass wir uns nun größer präsentieren können.

Wir haben den Stand modernisiert und thematisch das Motto der Sommerausgabe der Pitti – Pool – aufgegriffen. So zeigen wir Umkleidekabinen in unseren Trendfarben. Der Stand verfügt über eine Fläche von 35 Quadratmetern.

Die Kollektion knüpft nahtlos an die Arbeit aus den zurückliegenden Monaten an. Nach wie vor geht es um Strick, Strickpolos, durchgeknöpfte Polos, Leinen und Leinenseiten in Lang- und Kurzarm. Neu sind frische Dessinierungen und Strukturen.

Mit der Agentur Stefan Hoge haben wir eine Veränderung vorgenommen: Er ist jetzt zusätzlich zu Hessen und Rheinland-Pfalz auch in Nordrhein-Westfalen für TOM RIPLEY verantwortlich. Ich erhoffe mir davon weitere Wachstumsschübe, denn Stefan ist ein überaus agiler und leistungsstarker Agent. Er wird überdies mit einem eigenen TOM-RIPLEY-Auto ausgestattet, um zum Kunden herauszufahren. Wir merken, dass der Handel sehr positiv auf Hausbesuche vor Ort reagiert.

Im Süden läuft es ungebrochen gut – in Bayern, Baden-Württemberg und bis hinauf in die Mitte gewinnt TOM RIPLEY zusehends Kunden und Fans. Nach wie vor müssen wir das Vertriebsgebiet in Deutschland Richtung Norden weiter verdichten. Mit Stefan haben wir hierfür die Weichen gestellt.

Wir haben die Kollektion diesmal in Calvi, in der Altstadt von Calvi auf Korsika, geschossen. Die Stadt strahlt einen gewissen morbiden Charme aus, der sehr gut zu den Markeninhalten von TOM RIPLEY passt.

Vertriebsseitig bin ich zufrieden. Online erwirtschaften wir abermals zwischen 80 und 100 Prozent Wachstum. Die Kunden kennen mittlerweile Marke und Qualität. Auch das spricht für uns, denn sie bleiben uns treu. Aufgelaufen liegen wir bei 10 Prozent im Plus.“

  • ©TOM RIPLEY

SUMMER VIBES

Die 40-teilige Kollektion Frühjahr/Sommer 2027 konzentriert sich auf Strick, Strickpolos, durchgeknöpfte Polos, Leinen und Baumwoll-Seide-Mischungen. Farblich dominieren Ecru, Marrone, Dolomiti, Pesto, Cielo, Barolo sowie Marine und Schwarz. Schwerpunkte sind Resort Wear, Polo-Cardigans, Bouclé-Modelle, V-Neck-Pullover und Leinen-Poloshirts. Produziert wird ausschließlich in italienischen Familienbetrieben.

Zum Einsatz kommen überwiegend Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Leinen und Maulbeerseide. Die Kollektion greift Elemente italienischer Küstenkultur der 1950er- und 1960er-Jahre auf und umfasst insgesamt 40 Modelle. Präsentiert wird sie erstmals auf der Pitti Uomo in Florenz.