Rettungsversuch
Das Amtsgericht Offenbach am Main hat zum 1. September die Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung der PICARD Lederwaren GmbH & Co. KG und der PICARD Leathergoods Retail GmbH & Co KG eröffnet, teilt der Lederwarenhersteller PICARD mit. Die Anträge hatten die Verantwortlichen beider Gesellschaften Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht Offenbach gestellt; notwendig wurden sie laut Geschäftsführung durch eine erhöhte Kaufzurückhaltung der Kunden infolge der wirtschaftlichen Lage. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht Nadja Raiß von der Sozietät K&L Gates. Die Geschäftsbetriebe mit insgesamt 90 Beschäftigten werden in beiden Gesellschaften uneingeschränkt fortgeführt, auch die Marken-Stores an den Flughäfen sowie der Online-Shop bleiben geöffnet.
„Wir liegen bei der Sanierung beider Unternehmen voll im Plan. Auf der gerade zu Ende gegangenen Lederwaren Messe ILM in Offenbach hatten wir sogar mehr Ordereingänge als im vergangenen Jahr“, sagt PICARD-Geschäftsführer Martin Picard. „Das vorläufige Verfahren lief gut, die Geschäftspartner haben signalisiert, dass sie auch künftig mit PICARD zusammenarbeiten möchten“, sagt Restrukturierer Holger Rhode, Partner der Kanzlei Görg. Geschäftsführung und Restrukturierer gehen davon aus, dass PICARD die Verfahren noch im Herbst 2026 wieder verlassen kann.
