TOM TAILOR sammelt frisches Geld ein

Autor: Markus Oess

Der Vorstand der TOM TAILOR Holding SE will mit der Ausgabe neuer Aktien frisches Geld einsammeln. Das Management hofft auf einen Geldsegen von rund 61,2 Millionen Euro. Geschehen soll das durch die Ausgabe von 9,87 Millionen neuen Stammaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1 Euro. Die neuen Papiere mit einem Bezugsverhältnis von 3:1 sind rückwirkend ab dem 1. Januar 2017 voll dividendenberechtigt, wenn denn Dividende fließt.

Das Management will den Großteil des Nettoemissionserlöses von rund 50 Millionen Euro für Investitionen ausgeben. In der Hauptsache soll das Geld in die Verbesserung der IT, in E-Commerce und Omni-Channel-Fähigkeiten sowie in die Erneuerung von Ladeneinrichtungen und in  höhere Marketingausgaben, fließen. Außerdem beabsichtigt die Gesellschaft, die Eigenkapitalquote der Gruppe zu stärken, „um zusätzlichen Spielraum für die Einhaltung von Finanzkennzahlen zu erhalten“. Immerhin hat Großaktionär Fosun International Ltd. („Fosun“) sich zur Ausübung seiner kompletten Bezugsrechte verpflichtet. Läuft alles glatt, soll die Bezugsfrist am 7. Juni beginnen und am 20. Juni enden.

Alexander Langhorst, Analyst bei GSC Research, Düsseldorf, haut die Nachricht nun nicht vom Hocker: „Tom Tailor nutzt den jüngst auf in der Spitze über 8 Euro gestiegenen Aktienkurs zur Aufnahme frischen Eigenkapitals. Positiv ist sicherlich die Zusage des chinesischen Großaktionärs Fosun zu werten, seine Bezugsrechte auszuüben. Operativ bleiben aber auch nach erfolgreicher Kapitalmaßnahme noch die bekannten Baustellen, das schwierige Marktumfeld, die nach wie vor schwachen Frequenzen auf der Fläche, der anhaltende Preiskampf im mittleren Preissegment und auch die Verstärkung der eCommerce-Aktivitäten die mit dem frischen Geld in der Kasse noch weiter forciert werden sollen. Dass der Weg noch länger ausfallen wird, unterstreicht eine Aussage des Vorstandes auf der diesjährigen Hauptversammlung, wonach frühestens 2020 mit der Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung zu rechnen ist.“