BDSE: Schuhhandel enttäuscht

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Brigitte Wischnewski, Präsidentin des BDSE

Autor: Markus Oess

Die Bilanz 2016 im Schuhfachhandel fällt negativ aus. „Der Schuheinzelhandel ist mit dem Jahr überwiegend nicht zufrieden. Wie eine aktuelle Befragung im inhabergeführten Schuhfachhandel zeigt, konnten 75 Prozent der Schuhhäuser ihre Vorjahreszahlen nicht erreichen.“ Die Präsidentin des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels, Brigitte Wischnewski, äußert sich enttäuscht über die Geschäftsergebnisse der Mitgliedshäuser im vergangenen Jahr. „Nur etwa 10 Prozent der Unternehmen vermochten ihre Umsätze zu steigern. Insgesamt verzeichnete der Schuhfachhandel einen Umsatzrückgang von 2 Prozent, wobei kleinere Unternehmen tendenziell schlechter abschnitten als größere. Erneut konnte dagegen der Online-Handel mit Schuhen wachsen, wenngleich sich die Wachstumsraten auch dort deutlich abgeschwächt haben. Der BDSE schätzt den Online-Anteil auf mittlerweile 17 Prozent.“

Die überwiegende Mehrheit der stationären Schuhhändler kämpft nach den Erhebungen des BDSE schon seit geraumer Zeit gleich an mehreren Fronten. „Mehr als 80 Prozent der Schuhgeschäfte beklagen über sinkende Frequenzen an ihren Standorten auch im vergangenen Jahr. So zählen die schwächelnden Kundenbesuche der Einkaufsstraßen zu den größten Problemfeldern, die den Schuhhandel derzeit drücken. Etwa ebenso große Sorgen macht ihm der zunehmende Wettbewerb durch Online-Anbieter, noch problematischer sieht er die zu frühen und umfangreichen Preisreduzierungen der Branche. Letzteres ist zum Teil durch den Online-Handel getrieben, der die Preistransparenz stark erhöht und vielfach über Rabatt-Aktionen und Gutscheine den Preiswettbewerb zusätzlich befeuert.“

Der Verband hat generell die Digitalisierung als drängendes Problem ausgemacht. So betreiben nach den Verbandszahlen 16 Prozent der stationären Schuhfachhändler neben ihren Ladenlokalen einen eigenen Online-Shop. 30 Prozent der Befragten verkaufen ihre Ware auch über Internet-Portale wie Amazon oder eBay an. Zudem wollen 40 Prozent der Stationärhändler in diesem Jahr verstärkt in Multichannel-Konzepte investieren. Die Hälfte der Unternehmen plant den Ausbau digitaler Werbemedien. Problem dabei: „Der  mittelständische Schuhhandel – auch die größeren inhabergeführten Unternehmen – ist oftmals überfordert, was die notwendigen Investitionen in digitale Geschäftsmodelle angeht“, sagt Wischnewski. Wichtige Hilfe leisteten in diesem Zusammenhang die Verbundgruppen des Schuhhandels. Die Verbands-Präsidentin mahnt neue Vertriebskooperationen zwischen Handel und Industrie an, wie zum Beispiel die digitale Regalverlängerung. Mit Blick auf die Neuausrichtung der GDS

unter der Regie der Igedo erhofft sich Wischnewski, „ein überzeugendes Messekonzept und eine lebhafte, innovative Branchenveranstaltung in der neuen Location. Allen Verantwortlichen wünsche ich gutes Gelingen und viel Erfolg. Handel und Industrie kann ich nur ermuntern, die Chancen einer neuen Messeplattform zu nutzen!“ Die Messe zieht unter dem neuen Namen „Gallery Shoes“ auf das Areal Böhler, nachdem die Düsseldorfer Messegesellschaft die Veranstaltung vor kurzem an die Igedo Company, die auch schon die übrigen Order-Modemessen betreibt, abgegeben hat.