Ecomen are coming!

Grüner Konsum

Männer gehen mit öko-fairer Mode anders um als Frauen. (Bild: Screenshot www.greenality.de)
Autor: Tays Jennifer Köper-Kelemen

Männern fragen häufiger nach Herkunft der Bekleidung und den Arbeitsbedingungen

Es wird viel über Nachhaltigkeit geredet, doch wie gehen Männer und Öko-Mode eigentlich genau zusammen? Was ist Männern wichtig? Ist die Nachfrage gestiegen? Jana Synkowa, Online Marketing Managerin beim grünen E-Shop Greenality, steht in einem Kurzinterview Rede und Antwort.

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Ob Kings Of Indigo, recolution oder ThokkThokk – es gibt mittlerweile nicht wenige Labels, die nachhaltige Mode produzieren und sowohl Womens- als auch Menswear-Kollektionen anbieten. Gemeinhin gelten jedoch vielmehr Frauen als umweltbewusst in der Wahl ihrer Kleidung. Das starke Geschlecht hinkt Studien zufolge in puncto Öko-Mode oftmals hinterher. Angesichts des sich immer weiter drehenden Booms um Nachhaltigkeit, die für Modefirmen längst nicht mehr nur mit Mode, sondern auch mit diversen Dienstleistungen wie Reparatur- oder Ausleih-Services verknüpft ist, stellt sich abermals die Frage, ob unter Umständen ein Umdenken im Gang ist. Stellt Nachhaltigkeit für Männer nur einen Trend dar oder mehr? Wir haben Jana Synkowa, Online Marketing Managerin beim grünen E-Shop Greenality, nach den Entwicklungen befragt.

FT: Wie interessiert sind Männer mittlerweile am Thema Nachhaltigkeit? Gibt es eine erhöhte Nachfrage zu verzeichnen?

Jana Synkowa: „Der Markt für faire und nachhaltige Mode ist nach wie vor im starken Wachstum. Jeder Mensch, der einmal anfängt, die Kausalkette der konventionellen Modeindustrie und deren Auswirkungen zu hinterfragen, wird unweigerlich irgendwann zur ,Öko-Mode‘ wechseln. Nach unseren Erfahrungen nimmt das Thema Nachhaltigkeit bei Männern eine immer zentralere Rolle ein. Unsere männliche Kundschaft war früher im Durchschnitt viel jünger als heute, gerade in den letzten beiden Jahren interessieren sich auch zunehmend ältere Männer für nachhaltige Mode. Somit ist Öko-Mode für Männer kein einfacher Trend mehr, das Thema ist längst bei einem breiteren Publikum angekommen.“

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Wie macht sich das gestiegene Interesse bemerkbar? Gibt es bestimmte Ansprüche, die speziell männliche Konsumenten stellen?

„Wir erhalten immer mehr Anfragen von männlichen Kunden. Dabei drehen sich diese weniger um modische Aspekte, sondern vielmehr um Informationen zu Herstellung und Produktmaterialien. Dies ist auch der Unterschied zu weiblichen Konsumenten. Während der Großteil der Frauen verstärkt auf Schnitt, Farbe und Qualität achtet, gibt es von den Männern häufiger Nachfragen zur Herkunft der Bekleidung und den Arbeitsbedingungen.“

Welche Entwicklung prognostizieren Sie nachhaltiger Männermode?

„Nachhaltige Mode wird so lange einen steigenden Zuwachs erhalten, bis die konventionelle Industrie anfängt, fair und nachhaltig zu produzieren. Zeitgleich gibt es in der maskulinen Öko-Mode noch viel Nachholbedarf. Das Sortiment für Frauen ist sicherlich um einiges vielfältiger in Bezug auf den Stil und auch das Angebot unterschiedlicher Preisklassen. Bei nachhaltiger Männermode wünschen wir uns noch mehr Casual Business Looks und sicherlich mehr Mut zu modischeren Schnitten und interessanteren Stoffen.“