Hohenstein Group: Gentest für Bio-Baumwolle am fertigen Produkt

Bild: Hohenstein Group

Ein neuartiges Verfahren soll Sicherheit bringen, dass das konfektionierte Teil wirklich zu 100 Prozent gentechnik-frei ist

Bislang waren Gentests bei Bio-Baumwolle nur beim Rohgarn zuverlässig möglich. Das ergaben auch Recherchen von FT. Hintergrund war, dass der Öko-Zertifizierer GOTS bislang komplett auf Gentests von Garnen oder fertigen Produkten verzichtete, weil kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren am Markt verfügbar war. Aber man wolle die Aussagefähigkeit solcher Untersuchungen neu prüfen, reagierte der GOTS auf die Anfrage von FT. Gentechnisch veränderte Baumwolle kann mit der Verarbeitung zum Endprodukt immer schwerer aufgespürt werden. Gleichwohl konnte Gentechnik auch schon am fertigen Produkt nachgewiesen werden. Jetzt hat die Hohenstein Group ein Verfahren auf den Markt gebracht, mit dem sich nach eigenen Angaben sogar an den konfektionierten Endprodukten gentechnisch veränderte Baumwolle entdecken lasse.

„Hierbei wird die verwendete Baumwolle zuverlässig auf gentechnische Veränderungen (GMO – genetically modified organism) geprüft. Das Nachweissystem von Hohenstein wurde speziell für textile Produkte optimiert. Die Prüfung ist für Roh-Baumwolle über Garne und Gewebe bis hin zu konfektionierten Endprodukten möglich“, heißt es in der Mitteilung. Die GMO-Tests von Hohenstein umfassen demnach zwei Schritte.

„Vorab wird die Probe zerkleinert. Anschließend werden die Baumwollfasern mechanisch und enzymatisch aufgeschlossen. Das Erbgut (DNA) wird aus der Faser isoliert und in einem mehrstufigen Prozess aufgereinigt. Eine gentechnische Veränderung liegt vor, wenn in der DNA spezifische Zielsequenzen (Markergene) vorhanden sind. Diese lassen sich molekularbiologisch nachweisen. Kontrollreaktionen dienen zum Nachweis unveränderter Baumwoll-DANN sowie zum Ausschluss falsch-negativer Ergebnisse.“