Italien – 50 Jahre Maison CARLO PIGNATELLI

Hochzeitsmode

Carlo Pignatelli schneidert seit 1968. (alle Bilder ©CARLO PIGNATELLI)

Autorin: Angela Cavalca

Eine erfolgreiche Karriere in der Kreation festlicher Bekleidung, die von einem einzigartigen Schneiderstil gekennzeichnet ist.

Der italienische Designer aus Apulien begann seine Aktivität als Schneider 1968 in seinem ersten Atelier in Turin. Anfang der 80er-Jahre debütierte Carlo Pignatelli mit einer Kollektion Hochzeitsanzüge, die durch außergewöhnliche Linien, Stoffe und Farben bestach. In den darauffolgenden Jahren wurde er marktführend in seinem Segment. Heute zählt das Unternehmen etwa 100 Mitarbeiter. Mit seinem exklusiven Stil und seinen Kreationen hat sich das Label auch im Bereich Braut- und festliche Mode mit formellen und informellen Modellen auf dem Markt etabliert. Seit 1993 präsentiert Carlo Pignatelli seine Kollektionen auf den Mailänder Herrenmodenschauen, seine erweiterte Angebotspalette umfasst unter anderem auch Accessoires. Die Schneiderkunst aber bleibt der rote Faden in seiner Mode und seine Kreationen werden wie Kunstwerke konzipiert, die Stilikonen und Protagonisten vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Träume geprägt haben. Carlo Pignatelli erzählt: „Schneiderei, im Einklang mit dem innovativen ,made in Italy‘, ist das Schlüsselwort, um mein Label in allen Produktkategorien, Kollektionen und Ausdrücken am besten zu beschreiben. Eine entscheidende Rolle spielt auch die ständige Verpflichtung, das Konzept der zeremoniellen Kleidung neu zu interpretieren und sogar zu revolutionieren, es an unsere Zeit anzupassen und die Einzigartigkeit einer jeden Kreation zu bewahren.“

Geschichte eines Traumes

Mit der Veranstaltung der Retrospektive „Storia di un sogno“ in Mailand schrieb der Designer Modegeschichte. Die 50-jährige Historie des Hauses wurde mit der Ausstellung von Kollektionsfotos, Werbekampagnen und Modenschauen erzählt, die von berühmten Fotografen wie Michel Comte, Bob Krieger und Aldo Fallai mit den Topmodels der internationalen Szene realisiert worden waren. Carlo Pignatelli zeigte eine Auswahl von Anzügen und Kleidern aus seinem Archiv, die seine Schneiderkunst am besten repräsentierten. Auch in einem Film wurden Innovationen und Qualität seiner Schneiderkunst in all ihren Formen optimal dokumentiert. „Wenn ich an alle erzielten Erfolge denke, handelt es sich nicht nur um eine Retrospektive oder eine Evolutionsgeschichte, sondern um meine Zukunftsvision für das Label. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, ein breiteres Publikum einzubeziehen und die Türen unseres Archivs auch in den sozialen Medien zu öffnen, um besondere Kreationen und Anekdoten zu zeigen, die bisher nur einem kleineren Kreis zugänglich waren. Es ist ein Weg, um den Kunden auf der ganzen Welt zu danken, die uns folgen und ein halbes Jahrhundert lang unterstützt haben“, so Carlo Pignatelli.

Anlässlich der letzten Barcelona Bridal Fashion Week wurde das Jubiläum mit einer besonderen Modenschau gefeiert. Der Redingote des Dandys Oscar Wilde etwa oder der kurze Frack von Prinz Harry von Wales und der Smoking mit breitem Revers von Marcello Mastroianni haben die inszenierten Kleidungsstücke inspiriert. Die Jacken der Kollektion wurden in ausgefallenen Proportionen nach italienischer Schneiderkunst mit edlen Details wie Stickereien und Schmuckaccessoires, Cabochon-Nieten aus Kristall, angelehnt an das Flair des Studios 54, gefertigt. Sie gewinnen einen romantischen und entspannten Akzent durch die Kombination mit viktorianischen Hemden aus Seidensatin mit Chinoiserie- und Paisley-Prints, geschmückt mit fließenden Schals und Ascots. Die Dark-Eleganz der Anzüge wurde durchgängig in schwarzer und marineblauer Optik umgesetzt und zum Beispiel mit seidenweißen Nuancen kontrastiert.