Goes Menswear

TENCEL™

Schimanski und der Lonesome Cowboy geraten immer mehr in die Außenseiterrolle. ©Tencel
Autor: Winfried Rollmann

Tencel ist als Faser in der Womenswear beliebt und zunehmend erfolgreich. Geschätzt wegen ihrer seidigen Softness und ihres fließenden Falls. In der Menswear wurde sie oft als unmännlich abgetan. Hier ändert sich gerade Grundlegendes.

Ein wichtiger Game Changer ist ein verändertes Männerbild in der Gesellschaft. Der kernige Macho ist nicht mehr das allein glückselig machende Role Model, in dem sich Männer wiederfinden. Männer lernen immer mehr ihre emotionalen Skills kennen und Sensibilität ist für sie kein Fremdwort mehr. Sosehr Frauen ihre Power erfahren, können Männer heute Vaterrolle und ihre sensiblere Seite als Bereicherung erleben. Schimanski und der Lonesome Cowboy geraten immer mehr in die Außenseiterrolle. In den Weltmetropolen ist die Genderambivalenz vieler junger Menschen bereits eine Selbstverständlichkeit. Es ist sicher noch ein langer Weg, bis dies den Mainstream erreicht, aber es ist schon jetzt ein unfehlbares Indiz für ein sensibleres Männerbild. Laufstege und Avantgarde zeigen dies sehr selbstverständlich in einem veränderten Modebild.

Weitere Layers sind symptomatisch für die trendigen Looks. ©DIOR

Fließende, weitere Layers bei Dior und weite Bundfaltenhosen mit Silky Shine bei ARMANI sind symptomatisch für die trendigen Looks. Auch HUGO BOSS zeigte in New York eine entspannte Männlichkeit, die eindeutig schlüssiger in den heutigen Zeitgeist passt. In dieser Easyness bekommen Blends mit Tencel ihre Relevanz für Menswear. In Mischungen mit Cotton, Leinen und Wolle macht es Gewebe geschmeidiger und gibt ihnen einen diskreten Silky Shine. Einige namhafte italienische Hemdenweber, wie Albini oder MONTI, haben bereits Cotton-Tencel-Blends mit im Programm. Sie bestätigen: Männern gefällt dieser geschmeidigere Griff. Auch in Jerseys werden wertige, softere Oberflächen zunehmend geschätzt. In den jetzt gesichteten Kollektionen zum Sommer 2020 verhilft Tencel dem Trendsetter Leinen zu einem zeitgemäßeren, softeren Touch. Die von Natur aus eher spröde Leinenfaser wird mit Tencel deutlich geschmeidiger.

„Sustainable Imperative“

Das zweite, mindestens ebenso wichtige Argument für Tencel ist seine Nachhaltigkeit. Ein Thema, dem sich kein Unternehmen, das in Zukunft gesellschaftlich ernst genommen werden will, entziehen kann. War Nachhaltigkeit früher ein positives Ad-on, wird sie heute zum „Sustainable Imperative“. Befragungen bei den Messen PREMIÈRE VISION und MUNICH FABRIC START zeigen ein rasant gestiegenes Interesse bei Einkäufern und Designern. Eigene Messe-Areale, die sich der Nachhaltigkeitsthematik annehmen, belegen das.

Prozesskette in Sachen Umweltstandards  optimiert. ©Tencel

Aus dieser Perspektive hat Tencel einiges zu bieten. Lenzing hat es in den vergangenen Jahren geschafft, seine Prozesskette in Sachen Umweltstandards deutlich zu optimieren. Kontrolliert nachwachsende zellulosische Rohstoffe und zertifizierte Produktionsabläufe genügen besten Nachhaltigkeitsstandards. Tencel gehört heute zum geschätzten Rohstoff nachhaltiger Kollektionsentwicklungen.

In Sachen Recycling schafft Lenzing mit REFIBRA™ (Tencel-Fasern mit Refibra-Technologie) ein zellulosisches Fasermaterial ohne Qualitätseinbußen. Die aus recycelter Baumwolle gewonnenen Zellulosepartikel werden zu einem neuen Fasermaterial gesponnen. Das heißt, Gebrauchsstandards wie Reißfestigkeit, oft problematisch bei klassisch recycelten Garnen, sind bei Refibra die eines neuen Fasermaterials. Zudem sparen neue Färbeverfahren wie „Dope Dyeing“ – Färben beim Spinnen – Farbstoff und Wasser. Sie verbessern damit die Ökobilanz und den CO2 Footprint in der Herstellung deutlich.

Alles Argumente, die eine positive Neubewertung Tencels in der Männermode sinnvoll machen.

www.tencel.com