Planet vor Profit

BALLO

Die Story zählt! Ballo will einen Beitrag gegen Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung leisten. Alle Bilder ©Ballo
Autorin: Tays Jennifer Köper-Kelemen

BALLO ist ein südafrikanisches Brand, das Eyewear aus recycelten Materialien fertigt. Man setzt dabei auf eine rein manuelle Produktion, um bewusst einen Beitrag gegen die Arbeitslosigkeit im Land zu leisten. Ein Blick auf eine Marke, die Menschen bewegen will.

Ballo verweist über Designs mitunter auf den südafrikanischen Background der Marke.

Cape Town. Im Jahr 2013 fällt der Startschuss für eine Marke, die anders sein will, eben nicht an Profit orientiert: BALLO. Im Fokus stehen Sonnenbrillen, seit 2016 auch Bekleidungsstücke, die aus recycelten oder upcycelten Materialien gefertigt sind, ebenso aus nachhaltig wachsenden Fasern wie Hanf. Die für die Produktion benötigten Reststoffe bezieht BALLO mitunter von umliegenden Industrien. Darüber hinaus verfolgt man eine Zero-Waste-Politik. So gelangt Verschnitt etwa nicht in den Müll, sondern wird für die Fertigung von Ohrringen, Laptophaltern und Co genutzt. Wie ernst es BALLO mit dem Thema Nachhaltigkeit nimmt, wird spätestens auf der Homepage unmissverständlich deutlich: „We started making slow clothes, because we hate fast fashion“ heißt es da.

Engagement gegen Arbeitslosigkeit

Die Fertigung der Produkte erfolgt in reiner Handarbeit. Die Maschinen, die in der Manufaktur zum Einsatz kommen, bestehen zumeist aus Gusseisen und wurden bei ihrer Anschaffung nicht neu erstanden, sondern secondhand eingekauft. Das Label will durch die manuelle Fertigung nicht nur einen hohen Qualitätsstandard bieten, sondern auch bewusst einen Beitrag gegen Arbeitslosigkeit leisten. „Wir setzen den Planeten vor Profit. Ich engagiere und trainiere lokale Handwerker, anstatt automatische Maschinen in Betrieb zu nehmen. Wenn ich mehr Sonnenbrillen produzieren möchte, muss ich mehr Leute einstellen. So trage ich ein wenig dazu bei, das größte Problem unseres Landes zu lösen – Arbeitslosigkeit“, kommentiert Gründer und CEO Alistair Barnes.

Lässig und jung präsentieren sich die von Hand gefertigten Sonnenbrillen.

Umso wichtiger ist Barnes das Engagement von BALLO, da er ein Umdenken bei Konsumenten in puncto Umwelt und soziale Gerechtigkeit bemerkt. „Es gibt ein Umdenken bei High-End-Konsumenten, die den Luxus haben, über Einkäufe und deren Hintergrund entscheiden zu können. Unerfreulicherweise ist dies ein Luxus, der für die Mehrheit der Konsumenten nicht erschwinglich ist – speziell in unserem Land. Nichtsdestotrotz muss an irgendeiner Stelle ein Anfang gefunden werden. Und ich stelle definitiv fest, dass sich das Bewusstsein von Konsumenten verändert hat – sowohl daheim als auch im Ausland.“

Energie und Emotion

Puristische Optiken prägen die nachhaltige Bekleidung der südafrikanischen Marke.

Das Sortiment umfasst Unisex-Sonnenbrillen aus Holz, Kork und Hanf, zudem Bekleidung für Frauen und Männer, die sich an einer puristischen Designsprache orientiert. Die Verkaufspreise variieren mitunter von 199 Euro für eine Sonnenbrille bis hin zu 35 Euro für ein Hanf-Shirt. Der Vertrieb erfolgt über die firmeneigene Website und zwei BALLO-Shops in Kapstadt. Auch ist BALLO in Läden weltweit gelistet, unter anderem in Paris, London und Los Angeles. Barnes erklärt gegenüber Fashion Today: „Konsumenten wünschen sich eine Story, wenn sie Produkte kaufen. Von den verarbeiteten Materialien bis hin zu den Menschen, die das Produkt gefertigt haben. Es geht sogar wesentlich um die Story, die Energie, die ein Produkt umgibt und diesem Stärke und Wert verleiht – ob diese Energie durch die Hände entsteht, die ein Produkt schaffen, oder aus positiven Schwingungen herrührt, wenn Menschen über ein Produkt sprechen. Energie und Emotionen sind das, was Menschen wollen – und handgemachte Produkte verfügen über diese soften Attribute.“

www.ballo.co.za