Was macht Italien mit seinen kräftigen Männern?

BIG in Italy

Schon in den 1950er-Jahren haben italienische Unternehmer begonnen, spezielle Größen herzustellen. Drops Lebole ©Lebole
Autorin: Angela Cavalca

Das Segment der Großen Größen hat in Italien sowohl im klassischen als auch im Casual-Bereich eine Tradition, die sich den Marktveränderungen angepasst hat und mit unterschiedlichen Stil- und Serviceangeboten an den Verbraucher wendet.

Italienische Männer haben immer besonders auf Stil gesetzt und mit der Entstehung der Herrenmodeindustrie konnte auch der Oversize-Markt ein breiteres Publikum ansprechen. Schon in den 1950er-Jahren haben italienische Unternehmer damit begonnen, spezielle Größen herzustellen, mit der Absicht, auch den kräftigen Männern Qualität und Stil anzubieten. So sind Labels wie LEBOLE entstanden, das seit jeher Marktführer für klassische und elegante Mode auch für große Größen war. Das Familienunternehmen mit Sitz bei Arezzo in der Toskana hat einige schwierige Jahre durchlaufen, wird heute aber von Attilio Lebole als Präsident und Anna Lebole geleitet, die für die Kommunikation zuständig ist. Wie Anna erklärt, ist das Know-how des Schnittaufbaus besonders wichtig für die Realisierung der richtigen Passformen und gehört zu den Werten des Hauses. Zusammen mit den normalen Größen wurden in den Kollektionen spezielle Extra Sizes eingeführt, von der italienischen 63er- bis zur 75er-Größe.

Die jüngsten Statistiken haben gezeigt, dass sich die anthropometrischen Maße des italienischen Mannes verändert haben, insbesondere in Bezug auf Körperstatur und -größe. Es wird also immer wichtiger, dem Handel eine gute Auswahl an Passformen zu präsentieren, auch wenn es nicht immer möglich ist, Modelle in allen Größen im Sortiment zu haben. Deshalb werden des Öfteren Anzüge auf Bestellung gefertigt oder kleine Kapselkollektionen entworfen. Im hochwertigen Segment und bei der Luxury Menswear findet der maßgeschneiderte Service im Geschäft statt, was natürlich andere Kosten mit sich bringt und hauptsächlich für personalisierte, hochqualitative, modische und detailreiche Anzüge gedacht ist. Wichtig ist auch, dass der Handel heute auf unterschiedliche Weise von den Labels unterstützt werden kann. Im hochwertigen Hemdenbereich arbeiten Labels wie XACUS mit den Händlern zum Service der Großen Größen gut zusammen.

Internationale Labels  ©Screenshot Grip Milano

Der Store GRIP MILANO in Mailand kooperiert auf diese Weise auch mit anderen internationalen Labels wie DIGEL. Mit dem umfangreichen Angebot des deutschen Anzug-Spezialisten reichen die Größen im Geschäft bis zu 62/64 (4/5XL). Außerdem können für die Kundschaft größere Größen bei dem Unternehmen bestellt und dadurch die Bedürfnisse einer breiteren Kundschaft erfüllt werden. Diese Zielgruppe bildet nicht das Kerngeschäft des Stores, aber für spezielle Bereiche wie Ceremony ist die Anfrage besonders hoch.

Plus size made in Italy ©Screenshot Maglificio Gran Sasso

Darüber hinaus werden im Stricksektor Made-in-Italy-Labels wie Gran Sasso angeboten, das auf hochwertige natürliche Materialien spezialisiert ist. Zur Casual-Mode im Wholesale werden verschiedene Labels vertrieben, wie etwa die junge Linie MAXFORT, die sich mit Total-Look-Kollektionen einem breiteren Publikum widmet. Mit sportlichem Komfort bietet das Unternehmen eine Basic-Linie von T-Shirts und Hemden bis Größe 10XL und Hosen und Jeans bis Größe 70. Jede Saison werden neue Modelle präsentiert und das Label ist im Ausland auf Messen wie PANORAMA in Berlin, CPM in Moskau und WFC BIG BRANDS in Amsterdam zugegen. Der Vertrieb von Oversize-Labels in Italien hat besonders durch E-Commerce positive Resonanz gewonnen, bestellt werden kann über spezialisierte Online-Plattformen wie zum Beispiel MISTER TAGLIE FORTI.