Ahlers erwartet deutliche Belastungen durch Lockdown

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Prognosen zurückgenommen

„Spätestens seit Mitte März steht die weltweite Wirtschaftslage unter besonderen Vorzeichen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind europaweit Einzelhandelsschließungen für Bekleidung verfügt worden. Wir erwarten daraus deutliche Belastungen, die Umsatz und Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr verringern werden. Eine verlässliche Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2019/20 ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. In dieser schwierigen Situation kommt uns unsere solide Bilanzstruktur mit hoher Eigenkapitalquote zu Gute“, sagt Dr. Stella A. Ahlers, Vorstandsvorsitzende der Ahlers AG, bei Vorlage der Zahlen für das erste Quartal der laufenden Geschäftsjahres. Das Management will alle Möglichkeiten der Kostenreduzierung ausschöpfen und hat umfangreiche liquiditätsstützende Maßnahmen eingeleitet. Für einen Großteil der Belegschaft wurde Kurzarbeit beantragt. Dies betrifft alle Unternehmensbereiche bis auf den eCommerce. „Darüber hinaus überprüfen wir alle geplanten Investitionsmaßnahmen und stehen mit unseren Kunden, Lieferanten und Dienstleistern in engem Austausch, um den Herausforderungen der aktuellen Situation gemeinsam zu begegnen. Mit Normalisierung der Situation und Wiedereröffnung des Bekleidungseinzelhandels streben wir die schnellstmögliche Rückkehr zu dem ursprünglich geplanten Wachstumspfad an“, sagt Dr. Ahlers

Der Umsatz im Berichtsquartal ist im Wesentlichen durch die Beendigung des Geschäfts mit Pierre Cardin- und Pioneer-Damenhosen sowie mit Jupiter-Jacken um 3,2 Millionen Euro gesunken. Darüber hinaus konnten aufgrund von Verzögerungen in der Jeans-Auslieferung Aufträge nicht im abgelaufenen Quartal fakturiert werden. Diese Verschiebungen beliefen sich auf 3,3 Millionen Euro. Sobald der Einzelhandel seine Bekleidungsgeschäfte wieder öffnet, könnten die Waren ausgeliefert und die fehlenden Umsätze und Ergebnisbeiträge nachgeholt werden. Das übrige Geschäft konnte sich dem anhaltend rückläufigen Markttrend nicht entziehen und ging in den ersten drei Monaten 2019/20 leicht um 1,3 Millionen Euro zurück. Zusammengenommen sank der Konzernumsatz damit um 13,2 Prozent auf 51,2 Millionen Euro.

Vor allem der Umsatzrückgang führte zum Rohertragsrückgang von 4,6 ;Millionen Euro auf 26,3 Millionen Euro. Gleichzeitig entfaltete das im letzten Jahr beendete Maßnahmenpaket zur Ertrags- und Effizienzsteigerung weitere Wirkung. Die betrieblichen Aufwendungen (Personalkosten, Saldo aus betrieblichen Aufwendungen und Erträgen sowie Abschreibungen) sanken um 2,8 Millionen Euro auf 24,8 Millionen Euro. Der umsatzbedingte Rohertragsrückgang wurde jedoch nicht vollständig ausgeglichen. In den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2019/20 führten daher vor allem die fehlenden Jeans-Umsätze und deren Roherträge zum Rückgang des EBIT von 3,3 Millionen auf 1,5 Millionen Euro.

Das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) sank um 14,5 Millionen Euro auf 73,9 Millionen Euro. „Die frei gewordene Liquidität wurde maßgeblich zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten genutzt“, sagt Dr. Karsten Kölsch, Finanzvorstand der Ahlers AG. Die Eigenkapitalquote stieg damit von 54,3 Prozent auf 57,7 Prozent.