Darauf sollten Arbeitgeber achten

Kurzarbeit

Trotz Lockerungen sind in Deutschland derzeit ungefähr 10 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Kurzarbeit bedeutet meist auch einen großen finanziellen Verlust und die Angst vor der Zukunft. Ist mein Job sicher? Wird mein Unternehmen diese Krise überstehen? Während die meisten Mitarbeiter Verständnis für den Arbeitgeber haben, sollte dies nun auch andersherum der Fall sein.

David Roellecke ©Roellecke
  1. Kein Druck auf Ihre Mitarbeiter

Nicht nur Arbeitgeber stehen unter hohem Druck. Auch die Mitarbeiter haben eine hohe zusätzliche Belastung im Moment. Viele können ihre Kredite nicht bezahlen, müssen sich zu Hause um die Kinder kümmern und haben Angst um die Sicherheit ihres Jobs. Wer jetzt am Arbeitsplatz noch zusätzlichen Druck ausübt, wird damit nicht die Arbeitsleistung steigern und verstößt damit eventuell sogar gegen Arbeitsschutzgesetze. Wer seine Mitarbeiter in die Kurzarbeit schickt, sollte also auch akzeptieren, dass die Mitarbeiter weniger zur Verfügung stehen.

  1. Kein Schwarzgeld für Mehrarbeit

Es kann verlockend sein, dem Mitarbeiter Schwarzgeld für Mehrarbeit zu bezahlen. Während der ein oder andere Mitarbeiter vielleicht sogar daran interessiert ist, kann es andere geben, die von dieser Idee nicht sehr viel halten. Doch selbst wenn die Mitarbeiter dichthalten, kann die Sache auffliegen und die Strafen dafür sind sehr hoch. Bereits in der Wirtschaftskrise 2008 haben viele Unternehmen Schwarzgeld für Mehrarbeit ausbezahlt und wurden entdeckt. Wer also Kurzarbeit nur vorspielt und den Rest oder gar Überstunden schwarz ausbezahlt, dem droht ein Strafverfahren. Dieses ist nicht nur gegen den Arbeitgeber, sondern auch gegen den Arbeitnehmer gerichtet.

  1. Keine falschen Versprechen

Es muss ja nicht gleich Schwarzgeld sein, aber wie wäre es denn mit einer Beförderung oder Gehaltserhöhung in der Zukunft? Vermeiden Sie, Versprechen zu machen, die Sie nicht halten können. Das gilt nicht nur in Corona-Zeiten. Während Sie Ihre Mitarbeiter damit vielleicht für eine kurze Zeit motivieren können, ändert sich das schnell, sollten die Versprechen nicht eingehalten werden, und sie werden sich schnell nach einer neuen Position umsehen. Gerade in der derzeitigen Krisensituation ist es schwierig zu sagen, wie es mit Unternehmen in der Modebranche weitergeht, und daher ist es meist ungewiss, ob Sie Ihre Versprechen einhalten können.

  1. Keine generelle Urlaubssperre

Der Arbeitgeber darf in Krisensituationen seinen Mitarbeitern eine Urlaubssperre aussprechen. Dies ist jedoch nur in besonderen Ausnahmesituationen der Fall und sollte nicht der Normalfall sein – auch nicht in Zeiten von Kurzarbeit. Ist der Urlaub bereits genehmigt gewesen, darf dieser auch in besonderen Ausnahmesituationen nicht mehr gestrichen werden. Dennoch sollten Arbeitgeber bedenken, dass die Angestellten sich eventuell um die eigenen Kinder zu Hause oder eventuell ältere Angehörige kümmern müssen. Viele Menschen sind derzeit auch einfach nur emotional überfordert und überlastet. Daher ist es wichtig, Angestellten Urlaub zu ermöglichen, wenn dies machbar ist. Sie werden entspannter und motivierter wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. In einer Ausnahmesituation wie dieser sind vor allem Rücksicht und gemeinsame Absprache gefragt.

  1. Nicht pauschal den Nebenjob verbieten

Viele Mitarbeiter haben eventuell einen Kredit für ein Eigenheim, Auto oder etwas anderes zurückzuzahlen und das zusätzlich zu den normalen Ausgaben. Kurzarbeit bedeutet vermutlich eine private finanzielle Notlage. Wer derzeit die Möglichkeit eines Nebenverdienstes bekommt, wird diese vermutlich ergreifen. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter in diesem Vorhaben und gewährleisten Sie somit mehr Stabilität in deren Leben. Wer die Chance auf einen Nebenverdienst bekommt, erhält auch mehr Stabilität und Sicherheit, was durchaus zu mehr Leistung am Arbeitsplatz führen kann.