Hope and Glory

MUNICH FABRIC DAYS

„Aussetzen war keine Option." Alle Bilder © munichfabricstart.com

Autor: Winfried Rollmann
Die MUNICH FABRIC DAYS sind zu Ende gegangen und das Team der MFS kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es war keine Kleinigkeit, die erste physische Textilmesse nach dem Lockdown sicher durchs Ziel zu führen. Am letzten Tag der Messe hatten wir die Gelegenheit, mit Sebastian Klinder, Managing Director Munich Fabric Start und Frank JunkerCreative Director Munich Fabric Start, darüber zu sprechen.

„Physischer Startschuss für die Saison in der Textilbranche.“ Sebastian Klinder, Managing Director Munich Fabric Start

FT: Herr Klinder, was war die Ausgangslage?
Sebastian Klinder: „Aussetzen war keine Option und wir haben mit der Münchner Modemesse nach der Riem-Absage eine neue kooperative Lösung gesucht. Die Politik hat Messeveranstaltungen im Prinzip ja ab dem 1. September wieder zugelassen. Aber niemand konnte wirklich bis kurz vor dem Start sagen, ob die FASHION DAYS wirklich stattfinden. Wir sind sehr glücklich, damit den physischen Startschuss für die Saison in der Textilbranche gegeben zu haben.

Wie konnten Sie die Behörden und die Branche überzeugen?
Klinder: „Zusammen mit dem Gesundheitsamt und den Ordnungsbehörden haben wir ein sehr umfangreiches 38-seitiges Sicherheitskonzept erarbeitet, das schließlich allen Auflagen Rechnung trug. Die Vorbereitungszeit war sehr herausfordernd und wir sind jetzt Experten, was Sicherheitskonzepte angeht. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aller war gefragt. Namhafte Aussteller und die großen Agenturen haben das Projekt von Anfang an mitgetragen.“

Wie beurteilen Sie das Ergebnis der drei Tage?
Klinder: „Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Von 09:30 Uhr am ersten Messetag an herrschte Betrieb. Mit jeweils circa 1.800 Besuchern an den ersten beiden Tagen haben wir eine Punktlandung gemacht. Viel mehr Besucher hätten auch nicht in die Hallen gedurft. Als Feedback von Besuchern und Ausstellern wurde das kleinere Format (35 Prozent der bisherigen Fläche mit 700 Kollektionen) für konzentriertes und effizientes Arbeiten gelobt. Abgesehen vom angekündigten Fernbleiben einiger großer Unternehmen waren auch die Kreativen positiv überrascht vom guten Angebot der Mode-Information und der Kollektionen. Viele Kollektionen europäischer Hersteller wurden diesen Herbst exklusiv in München gezeigt.“

Wie sehen Sie die Zukunft?
Klinder: „Es geht nicht darum, Messe um der Messe willen zu machen. Die Branche braucht Begegnung und professionellen Austausch. Wir werden in Zukunft sicher eine Entwicklung zu hybrideren Messeformaten sehen, das Digitale verbindet sich schlüssig mit der Realität. Wir erweitern das Spektrum. Bei Vorlagen könnten zum Beispiel Personen zugeschaltet werden, die nicht physisch vor Ort sind. Wir werden weiter flexibel mit der Branche lernen und auch in Zukunft eine Plattform für verändertes Orderverhalten, Digitalisierung und Circular Economy sein.“

Herr Junker, sind Sie zufrieden?
Frank Junker: „Was wir erlebt haben, ist echt viel mehr als erwartet! Es war ein steiniger Weg, aber wir haben gezeigt – es geht. Wir fühlen uns extrem bestätigt und unsere Pionierarbeit ist ein Zeichen mit Signalwirkung für die Münchner Messen. Ich glaube, wir haben der Spirale, die sich in den letzten Monaten eher nach unten bewegte, einen Aufwärtstwist gegeben. Wir haben ein Stück der Wende eingeleitet im Sinne unseres Messemottos – Hopetimism.“

FABRIC DAYS: Gute Besucherfrequenz

Mit einer guten Besucherfrequenz sind die FABRIC DAYS nach drei Messetagen zu Ende gegangen, teilen die Veranstalter mit. Dank des Rückhalts auf Lieferantenseite, dem Vertrauen der Branche sowie der guten Zusammenarbeit mit der Messe München sei es gelungen, mit den FABRIC DAYS ein Beispiel für folgende Fachmessen zu realisieren, heißt es weiter. Unter den 1.300 besuchenden Firmen vor Ort waren namhafte Marken wie Adidas, Aigner, Alberto, Bogner, Drykorn, Gerry Weber, Hugo Boss, Irene Luft, Lanius, Malaikaraiss, MAC, Marc O’Polo, Mey, Oui, Puma, Riani, Rich&Royal, s.Oliver, Seidensticker, SET, VETEMENTS und Wolford. Die Veranstaltung zählte rund 3.600 nationale wie internationale Besucher aus 30 Ländern.