„Herausforderungen halten lebendig!“

Storecheck

Avantgardistische Männermode in stilvollem Ambiente. Alle Bilder ©FIFTY EIGHT.S
Autorin: Tays Jennifer Köper-Kelemen

Im Frankfurter Westend feiert Jutta Heidt mit ihrem Laden FIFTY EIGHT.S 35-jähriges Bestehen. Der Store führt seit seiner Eröffnung 1985 avantgardistische Mode internationaler Designer. Angesichts der Corona-Pandemie stellt man aktuell fest, dass Kunden besonderes Engagement wieder zu schätzen lernen.

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Jutta Heidt legt mit ihrem Store FIFTY EIGHT.S seit 35 Jahren Wert auf Mode mit eigener Handschrift

35 Jahre im Frankfurter Westend: Jutta Heidt feiert mit ihrem Laden FIFTY EIGHT.S Jubiläum. Frei nach dem Motto „Kleidung, die es nicht jedem recht machen will“, verkauft sie seit 1985 in den stilvollen Räumen einer Gründerzeitvilla Männermode, seit einer Geschäftserweiterung 1992 auch Frauenmode. Im Fokus stehen von Beginn an Kollektionen der internationalen Design-Avantgarde, so COMME des GARÇONS, Yohji Yamamoto, Dries Van Noten, Rick Owens und Maison Margiela, ergänzt um Schuhe, Taschen und ausgefallene Düfte. Als einer der ersten Männerläden führte Heidt in ihrem Sortiment Kreationen der Antwerp Six – allesamt Designer des Jahrgangs 1958, zufällig auch das Geburtsjahr der gebürtigen Frankfurterin und Namensgeber für ihren Laden. „Für mich ist wichtig, dass Kleidung einen kreativen Prozess durchlaufen hat und eine eigene Handschrift trägt. Mode, die ich verkaufe, soll den Tragenden in seiner eigenen Persönlichkeit, seinem eigenen Stil unterstützen. Sie reflektiert den Zeitgeist, aber ist trotzdem zeitlos wie ein Designmöbelklassiker. Sie soll viele Jahre tragbar und immer wieder neu kombinierbar sein“, erklärt Heidt.

Heidt kennt die Designer hinter den Marken seit Jahrzehnten persönlich und schätzt ihre nachhaltige, faire Produktion ohne lange Lieferketten. Als besonderer Moment in ihrer Laufbahn blieb Heidt eine persönliche Führung von Dries Van Noten durch seine Gärten in Erinnerung, die ihm oftmals als Inspirationsquelle dienen. Und besondere Momente sind es auch, die Heidt in ihrem Laden vermitteln möchte. In inspirierender Atmosphäre finden regulär Weekend-Shopping-Events, DJ-Abende und kleine Ausstellungen statt. Neben dem Happening-Charakter wird viel Wert auf Beratung gelegt. Den Kunden, zumeist treue Stammkunden, steht ein siebenköpfiges Team mit Fachkompetenz zur Seite. Heidt kommentiert: „Aufgrund der außergewöhnlichen Lage, außerhalb jeglicher Lauflage, war es von vorneherein klar, dass ein außergewöhnliches Sortiment gepflegt werden muss. Dies bedarf bis heute einer intensiven Beratung und hat mit schnellem Geld nichts zu tun. Vielmehr mit Berufung und Freude an Schönheit und Design.“

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1992 wurde der Laden um Frauenmode ergänzt

Online präsentiert sich FIFTY EIGHT.S mit einem lebendigen Instagram-Account, über welchen auch auf Bestellmöglichkeiten via Mail und Telefon aufmerksam gemacht wird. Zudem sind neben individuellen Einzelterminen außerhalb der Geschäftszeiten im PoS virtuelle Beratungstermine mit Video-Begehungen des Ladens möglich. Newsletter informieren über neue Kollektionen und Veranstaltungen. Angesichts der Corona-Pandemie kommentiert Heidt: „In dieser Situation kann man auf keinerlei Erfahrung und Logik zurückgreifen. Zuerst kam der Schock und dann Arbeit, Arbeit und Arbeit. Alles fühlt sich neu an, der Wandel ist enorm und gnadenlos und wird uns noch lange beschäftigen. Als Einzelhändlerin wird klar, wie schnell sich das Online Business weiterentwickelt und wie stark auch von der ganzen Branche der Fokus darauf liegt. Wir spüren das besonders beim Einkauf, der virtuell eine enorme Herausforderung war. Als Einkäufer eines Genres, bei dem Wert auf Schnitt, Design und vor allen Dingen auf Stoff und Verarbeitung gelegt wird, eine ganz besondere Herausforderung. Will uns doch das Online-Geschäft möglichst ,einfach stricken‘. Laut – bunt – schnelllebig ist die Devise. Der Markt passt sich an, die Gegenwende ist aber auch spürbar! Die Kunden schätzen in jeder Hinsicht wieder ein besonderes Engagement. Es gilt, als Einzelhändler wie auch als Designer klare konzeptuelle Entscheidungen zu treffen. Das ist die Challenge und das kann durchaus Spaß machen. Herausforderungen halten lebendig. Immerhin hat der Einzelhandel Marken gemacht und wird es auch weiter tun.“

Jutta Heidt besuchte die LDT Akademie Fashion Management in Nagold. Bevor sie 1985 mit FIFTY EIGHT.S einen eigenen Laden eröffnete, absolvierte sie nach ihrem Abschluss 1981 ein Traineeprogramm des neu eröffneten Holys-Stores in München und arbeitete bei der Modehandelsagentur Fashion Stage Franco Bruccoleri.

FIFTY EIGHT.S
Kronberger Straße 19
60323 Frankfurt

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11:00 bis 18:30 Uhr
Samstag 11:00 bis 16:00 Uhr
www.fifty-eights.de