Die wachsende Gemeinde

TOM RIPLEY

„Es bleibt dabei, wir bedienen mit TOM RIPLEY einen anderen Händler als mit unserer kommerziellen Marke. Der TOM-RIPLEY-Händler ist modischer und in den Qualitäten und Preisen deutlich höher." Wolfgang Müller, Geschäftsführer Hajo POLO & SPORTSWEAR. Alle Bilder ©Tom Ripley

Autor: Markus Oess
Mit dem noch jungen Label TOM RIPLEY will sich hajo-Chef Wolfgang Müller neue Kunden und Umsätze im Kerngebiet erschließen. Die Order sei gut angelaufen, sagt Müller gegenüber FT. An dem Ziel, bis 2023 rund 120 Händler zu beliefern, hält der Firmenchef fest. Modern, aber im Look auch ein wenig retro und angelehnt an die 1950er-/1960er-Jahre, habe das Label gute Wachstumsperspektiven.

„Wir halten an dem Ziel fest, bis 2023 rund 120 bis 125 Händler für die Marke zu gewinnen.“ Wolfgang Müller, Geschäftsführer Hajo POLO&SPORTSWEAR.

„Wir haben die Kollektion ein weiteres Mal deutlich ausgebaut und die modische Aussage weiter zugespitzt“, sagt Wolfgang Müller, Chef von hajo POLO & SPORTSWEAR und Gründer der Premiummarke TOM RIPLEY. Und um die geht es. Hauptthema in der aktuellen Kollektion Frühjahr/Sommer 2022 sind vor allem Farben: Mint, Pastelle, Violetts und Kobaltblau. „Erstmals haben wir auch vier Sweatshirts im Programm und einen Jogginganzug. Dazu gibt es auch Hoodies und wir sind selbstbewusst genug, auch mit dem TOM-RIPLEY-Logo auf den Teilen zu spielen. Zudem haben wir Piqué-Qualitäten, Single Jersey sowie Leinen und Leinen-Mischungen. Erstmals haben wir vier T-Shirts aus Leinen und Strick im Programm“, sagt Müller. Bestseller bleibt weiterhin das „T1088“. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Polo mit Elasthananteil und konfektioniertem Kragen in zwölf verschiedenen Farben. Müllers Favorit ist allerdings das T1093 – ein gewaschenes Henley-Shirt aus „Filo di Scozia“-Baumwolle für 45,99 Euro im EK und 119,99 Euro im VK. Zudem haben die Weidener bei der jungen Marke neben den Polos auch wieder Strick aufgenommen. Zur modischen Markenaussage von TOM RIPLEY sagt Müller, das Label sei modern, aber im Look auch ein wenig retro und es lehne sich an die 1950er-/1960er-Jahre an.

Der Bestseller: das „T1088“

Mit der Positionierung von TOM RIPLEY sei es auch unumgänglich gewesen, das Thema Nachhaltigkeit stark in die Marke zu integrieren: „Handmade in Italy und Organic Cotton sind hier die zentralen Begriffe. Wir sind natürlich kein grünes Label, aber unsere Kunden haben einen festen Qualitätsanspruch und sie wollen wissen, was sie auf ihrer Haut tragen und woher das kommt. Wir punkten mit kurzen Lieferwegen und der Produktion in kleinen italienischen Familienbetrieben“, sagt der Firmenchef. Müller wird an dem Thema weiterarbeiten und kündigt für die kommende Saison Neuigkeiten an, konkret wird er noch nicht. Der Firmeninhaber ist mit der Marke angetreten, sich neues Kundenpotenzial zu erschließen und weitere Umsätze auch im Heimatmarkt zu holen: „Es bleibt dabei, wir bedienen mit TOM RIPLEY einen anderen Händler als mit unserer kommerziellen Marke. Der TOM-RIPLEY-Händler ist modischer und in den Qualitäten und Preisen deutlich höher. Natürlich haben wir auch Händler, die in der Lage sind, beide Marken zu verkaufen. So kommen wir in Bayern auf rund 20 Händler, von denen wiederum 15, 16 reine TOM-RIPLEY-Kunden sind. Wir sehen, dass die Marke dann am besten funktioniert, wenn sie eben nicht am oberen Rand der Preisrange positioniert ist, sondern sich in das Gesamtbild des jeweiligen Händlers einfügt“, führt Müller aus.

Inzwischen beliefert das Unternehmen rund 70 Händler in dessen Kernregion D-A-CH. Der Großteil läuft über die Order, rund 10 bis 20 Prozent machen inzwischen das NOS-Programm aus. Für das Design zeichnen Franz Bäumler und sein Team verantwortlich. Müller blickt trotz der Pandemie zuversichtlich nach vorn und geht weiter davon aus, die nächsten Wachstumsschritte gehen zu können: „Natürlich haben uns COVID-19 und die Maßnahmen, die Pandemie einzudämmen, zurückgeworfen, aber wir halten an dem Ziel fest, bis 2023 rund 120 bis 125 Händler für die Marke zu gewinnen. Seit März sind wir auch mit einem Online-Shop aktiv. Wir erbringen sämtliche Leistungen im Haus. Inzwischen merken wir, dass die TOM-RIPLEY-Gemeinde wächst.“

Was die Order selbst angeht, ist Müller für TOM RIPLEY sehr zufrieden: „Hervorragender Start in die Saison, viele Neukunden in Mitteleuropa“, sagt er knapp und erklärt dann, wie der typische Händler aussieht, der TOM RIPLEY ordert: „Wir haben sowohl eher kleinere und spezialisierte als auch große und breiter aufgestellte Kunden. Wichtig ist, dass sie das Premiumsegment abdecken.“ Zum Start unterstützt das Unternehmen den Handel mit Aufstellern, Plakat-Aktionen. Über den Vergleich der aktuellen Kollektion mit der ersten Kollektion Frühjahr/Sommer sagt Müller: „Die Kollektion hat sich quantitativ und qualitativ erheblich verbessert, die erste Sommer-Kollektion war ein erster Versuch, ein Abtasten. Heute gibt es klare Strukturen, etablierte Bestseller und durchgängige Farb- und Qualitätsaussagen.“

Damals und heute

„Kontraste im Leben sind immer reizvoll und interessant. Durch die Kombination der Highlights von damals mit Neuem aus der Gegenwart entstehen TOM-RIPLEY-Klassiker mit Zeitgeist“, heißt es im Kollektionsbericht Frühjahr/Sommer 2022. Anders als bei Fast Fashion, bei der die Lebensdauer bestimmter Looks oft nur wenige Wochen beträgt, setze das Label auf faire und nachhaltige Produktion im mittelständischen Familienunternehmen in Italien.

Kleine Produktionsstätten seien flexibler als riesige Textilfabriken und könnten kleine, exklusive Mengen fertigen. „Produziert wird, was benötigt wird. Dies vermeidet überschüssige Lagerbestände und ist sowohl ein Beitrag zum Umweltschutz als auch ein ökonomischer, effizienter und verantwortlicher Umgang mit Rohstoffen“, heißt es weiter. Zu den Preislagen: Poloshirts und Basics beginnen bei 89,99 Euro, Sweatshirts liegen bei 139,99 Euro und dessinierte Strickwaren reichen bis zu 149,99 Euro.