DIHK: Unternehmensgründer stehen in Startlöchern

Peter Adrian ©DIHK

Einbruch im Corona-Jahr

Nach dem Corona-Einbruch von Frühjahr 2020 sieht es für Unternehmensgründungen in Deutschland wieder besser aus, wie eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter den Industrie- und Handelskammern (IHKs) und Start-ups zeigt. Demnach gehen 43 Prozent der IHK-Gründungsexpertinnen und -experten davon aus, dass es 2021 mehr Unternehmensgründungen geben wird als im Vorjahr. „Viele stehen jetzt in den Startlöchern, die im Vorjahr ihre Vorhaben zurückstellen mussten“, sagt DIHK-Präsident Peter Adrian. Damit bestünde die Chance einen Teil des pandemiebedingten Einbruchs aufzuholen.

Allerdings schätzten die junge Unternehmen den Gründungsstandort Deutschland nur mit einem schwachen „Befriedigend“ ein. „Da ist bei den Rahmenbedingungen für Unternehmen noch viel Luft nach oben“, sagt Adria. So wünschten sich knapp 80 Prozent der Gründerinnen und Gründer von der Politik, die Errichtung eines Unternehmens schneller und einfacher zu machen. „Ziel sollte sein, dass eine digitale Gründung binnen 24 Stunden möglich ist“, sagt der DIHK-Präsident. Wichtig sei auch, die Prozesse zwischen Unternehmen und Verwaltungen sowie innerhalb der Verwaltung durchgängig digital zu gestalten. Mehrheitlich erhoffen sich die jungen Unternehmen zudem ein einfacheres Steuerrecht mit weniger Aufzeichnungs- und Nachweispflichten. 38 Prozent wünschen sich einen einfacheren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln. Für 30 Prozent hat eine bessere IT-Infrastruktur eine große Bedeutung.

Die IHKs meldeten für das Corona-Jahr 2020 den stärksten Rückgang seit Beginn der Statistik im Jahr 2003. Es gab 34 Prozent weniger Gespräche und Beratungen zur Unternehmensgründung als noch 2019. Besonders Handel, Gastronomie und etliche Dienstleistungssparten waren betroffen. Von den Jungunternehmen, die durch die Krise hindurchgegangen sind, haben 71 Prozent ihr Geschäftsmodell infolge der Pandemie angepasst. Gut ein Drittel hat staatliche Corona-Hilfen in Anspruch genommen, 20 Prozent haben Kredite aufgenommen oder Beteiligungskapital akquiriert. Insgesamt überwiegen bei den Jungunternehmen die negativen Effekte der Pandemie: Zwei Drittel der Gründerinnen und Gründer berichten von weniger Nachfrage, geringerer Liquidität und reduziertem Eigenkapital. Der DIHK-Report Unternehmensgründung 2021 basiert auf mehr als 200.000 IHK-Gesprächen mit angehenden Gründerinnen und Gründern – ergänzt um eine Befragung von knapp 350 jungen Unternehmen.