EU-Textilstrategie: BTE will „praktikable Lösungen“

Steffi Lemke ©BMUV

Ökologie und Ökonomie

Ende März 2022 hat die EU-Kommission ihre „Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien“ veröffentlicht. Im Rahmen dessen hatte das Bundesumweltministerium am 31. Mai zu einer ersten Fachveranstaltung in Berlin eingeladen. Neben NGOs und Vertretern der Vorstufen hat daran auch der Kölner Handelsverband BTE teilgenommen. Die Bundesumweltministerin Steffi Lemke erklärte, dass es einen Produktpass für Textilien geben wird und eine gestaffelte Gebühr für die Entsorgung von Textilien eingeführt werden soll. Erfüllen Textilien die künftigen Anforderungen nicht, sollen sie schrittweise in der EU nicht mehr vertrieben werden dürfen, erklärt der BTE in einer Mitteilung.

In Workshops der Veranstaltung sei unter anderem über Möglichkeiten einer einheitlichen Kennzeichnung für kreislauffähige und langlebige Textilien diskutiert worden. „Der BTE begrüßt den Ansatz des Bundesumweltministerium, in Workshops nach praktikablen Lösungen für die Branche zu suchen und wird sich in den nachfolgenden Veranstaltungen für angemessene Maßnahmen einsetzten“, so der Verband. Ziel müsse es sein, ökonomische und ökologische Belange zu versöhnen und damit auch die Versorgung der Menschen mit bezahlbarer sowie fair und umweltgerecht produzierter Bekleidung sicherzustellen.

Mit der Textilstrategie hat die EU einen Rahmen für einen nachhaltigen und zirkulär wirtschaftenden Textilsektor vorgezeichnet. Textilien zählen demnach auch zu den ersten Produktgruppen der EU Sustainable Products Initiative, die für den gesamten Binnenmarkt eine verbindliche Regulierung vorsieht. Bis 2030 sollen entsprechende Anforderungen für eine bessere Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit, Faser-zu-Faser-Recyclingfähigkeit und einen höheren vorgeschriebenen Rezyklatfaseranteil sorgen, besorgniserregende Stoffe eindämmen und negative Auswirkungen auf Klima und Umwelt verringern.