Kampagnenstart „Gute Kleidung, faire Bezahlung“

©Clean Clothes Campaign

Clean Clothes Campaign

Mit dem heutigen Tag startet die europäischen Kampagne zu existenzsichernden Löhnen: Gute Kleidung, faire Bezahlung. Die Clean Clothes Campaign und weitere Kampagnenorganisationen wollen 1 Million Unterschriften von europäischen Bürgern sammeln, um die Europäische Bürgerinitiative (ECI) zu unterstützen, teilt die Organisation mit. Die ECI fordert konkrete Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Arbeiter in der Bekleidungsindustrie einen existenzsichernden Lohn erhalten. Mit der Unterstützung einer breiten Koalition von Organisationen und Einzelpersonen sei dies die größte europäische Kampagne zu existenzsichernden Löhnen und der lauteste Ruf nach einer Gesetzgebung zu diesem Thema, heißt es weiter.

Die Kampagne fordert Marken und Einzelhändler auf, einen zeitgebundenen und zielgerichteten Plan zur Schließung der Lücke zwischen tatsächlichen und existenzsichernden Löhnen aufzustellen, umzusetzen, zu überwachen und auch öffentlich bekanntzumachen. Marken müssten Risikogruppen identifizieren, die besonders stark von niedrigen Löhnen betroffen seien, wie Frauen und Wanderarbeiter, und spezifische Maßnahmen zu Preisgestaltung, Kosten und allgemeinen Einkaufspraktiken von Unternehmen definieren. Der Gesetzesvorschlag soll alle Marken und Einzelhändler abdecken, die in der EU Handel treiben wollen, unabhängig davon, ob sie ihren Sitz in der EU oder anderswo haben.

Es gibt den Angaben zufolge ein paar wichtige Unterschiede zwischen diesem Vorschlag und der kürzlich vorgeschlagenen EU-Richtlinie zur Sorgfaltspflicht bei der Nachhaltigkeit von Unternehmen (CSDDD). Die ECI konzentriert sich speziell auf existenzsichernde Löhne, hat einen breiteren Geltungsbereich und unterstreicht die Bedeutung des kontinuierlichen Engagements von Interessengruppen wie Gewerkschaften und Arbeitnehmern. Die CSDDD erwähnt existenzsichernde Löhne nicht explizit, deckt nur große Unternehmen ab und plant, die Beteiligung auf „relevante“ Interessengruppen zu beschränken. Schließlich fordert die ECI einen Beschwerdemechanismus, um Probleme in der Lieferkette anzugehen und als Frühwarnsystem zu fungieren. Die CSDDD verweist auf einen noch nicht sehr konkreten Beschwerdemechanismus.