Clean Clothes Campaign: Gefährliche Sicherheitsmängel in Pakistan

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Accord-Abkommen ausgebremst

Auch zehn Jahre nach dem Tod von mehr als 250 Menschen bei dem Brand von Ali Enterprises in Pakistan gibt es immer noch lebensgefährliche Sicherheitsmängel in Fabriken, die H&M, C&A, Bestseller und Zara beliefern. Das zeigt ein neuer Bericht der Clean Clothes Campaign. Es gebe weiterhin Versuche, die Ausweitung des Internationalen Abkommens für Gesundheit und Sicherheit in der Textil- und Bekleidungsindustrie auszubremsen, heißt es. Da es noch immer keine verbindliche Vereinbarung zwischen Bekleidungsmarken und Gewerkschaften zum Schutz der Arbeitnehmer gebe, arbeiteten die pakistanischen Bekleidungs- und Textilarbeiter heute unter genau denselben unsicheren Bedingungen, die vor einem Jahrzehnt zu dieser Katastrophe geführt hätten. So seien Notausgänge blockiert, immer wieder komme es zu Bränden und Explosionen durch Gaslecks, würden Sicherheitsvorschriften auch beim Umgang mit Schadstoffen ignoriert.

Nur die Ausweitung des Accord-Abkommens auf Pakistan könne glaubwürdige, unabhängige Inspektionen, Abhilfemaßnahmen, Sicherheitsschulungen und einen Beschwerdemechanismus zum Schutz der Arbeiter sicherstellen. Obwohl das Senior Staff von Accord die Einführung des Programms in Pakistan empfohlen hätten, hätten sich die Markenvertreter im Lenkungsausschuss, darunter H&M, C&A, Inditex (Zara) und Bestseller, geweigert, sich diesen Empfehlungen anzuschließen. „H&M, C&A, Bestseller und Inditex profitieren gerne von den Bemühungen der Bekleidungsarbeiter in Pakistan, doch wenn es um die Sicherheit dieser Arbeiter geht, hat das nie oberste Priorität. Menschenleben stehen auf dem Spiel. Diese Marken müssen zustimmen, das Abkommen jetzt auf Pakistan auszudehnen und das Abkommen auch über 2023 hinaus zu verlängern“, betont Nasir Mansoor, Generalsekretär des Nationalen Gewerkschaftsbundes. Für Ineke Zeldenrust von der Clean Clothes Campaign zeichnet der Bericht über die Vorfälle ein beängstigendes Bild der Arbeitssicherheit in Pakistan: „Noch schlimmer ist jedoch, dass wir das wahre Ausmaß der Sicherheitsverletzungen in Fabriken nicht kennen. Wenn die Marken aufhören würden, den Fortschritt zu behindern, und dem Internationalen Abkommen zustimmen würden, unabhängige Fabrikinspektionen in Pakistan durchzuführen, könnten wir die Maßnahmen kontrollieren, die zum Schutz der Arbeitnehmersicherheit durchgeführt werden müssen.“