adidas: sinkende Gewinne

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Nachfolger gefunden

Einen Tag nachdem die adidas AG die Nachfolge für den scheidenden adidas Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted bekanntgab, veröffentlicht der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal. Bjørn Gulden wurde mit Wirkung ab dem 1. Januar 2023 zum Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzenden der adidas AG ernannt. Kasper Rorsted wird im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat mit Ablauf des 11. November 2022 sein Mandat als Vorstandsvorsitzender niederlegen und aus dem Unternehmen ausscheiden. Gulden wechselt vom Konkurrenten Puma.

Anfang September kam es zu einer Verschiebung des Marktumfelds, da die Verbrauchernachfrage in den westlichen Märkten nachließ und sich der Trend in Bezug auf das Kundenaufkommen in China weiter verschlechterte. Das hatte in der gesamten Branche einen erheblichen Anstieg der Lagerbestände zur Folge, was im weiteren Verlauf des Jahres verstärkt zu verkaufsfördernden Aktionen führen wird, die sich zunehmend auf unseren Gewinn auswirken werden“, sagt Harm Ohlmeyer, Finanzvorstand von adidas. „Die Begeisterung für die bevorstehende FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022, die sich bereits jetzt durch ein Umsatzwachstum in der Kategorie Fußball bemerkbar macht, gibt uns Auftrieb. Außerdem bereiten wir uns auf die Einführung einer spannenden neuen Basketballkollektion in Nordamerika vor“, sagt Ohllmeyer weiter.

Im dritten Quartal nahm der währungsbereinigte Umsatz von adidas um 4 Prozent zu. Während das Unternehmen in den ersten beiden Monaten des Berichtszeitraums ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich verzeichnete, wurde die Umsatzentwicklung im September durch eine Verschlechterung der Trends in Bezug auf das Kundenaufkommen in China und eine nachlassende Verbrauchernachfrage in wichtigen westlichen Märkten belastet. Darüber hinaus hat die Entscheidung des Unternehmens, seine eigene Geschäftstätigkeit in Russland zum Ende des ersten Quartals einzustellen, den Umsatz im dritten Quartal deutlich um mehr als 100 Millionen Euro reduziert, was sich insbesondere auf das Direct-to-Consumer-(DTC-)Geschäft des Unternehmens auswirkte. In Euro stieg der Umsatz des Unternehmens im dritten Quartal um 11 Prozent auf 6,41 Milliarden Euro.

Nach Vertriebskanälen betrachtet wurde die Umsatzentwicklung des Unternehmens durch Wachstum im DTC-Bereich getrieben. Die Großhandelsumsätze wuchsen um 3 Prozent und wurden durch Lagerbestandsrücknahmen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro in China beeinträchtigt. Die Gewinnentwicklung wurde durch mehrere Einmalaufwendungen in Höhe von knapp 300 Millionen Euro beeinträchtigt. Der Großteil dieser Aufwendungen steht im Zusammenhang mit dem Rückzug aus Russland. Das Betriebsergebnis des Unternehmens sank von 672 Millionen Euro auf 564 Millionen Euro

In den ersten neun Monaten 2022 stieg der Umsatz auf währungsbereinigter Basis um 1 Prozent. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen fiel deutlich auf 736 Millionen Euro (2021: 1,37 Milliarden Euro). Angesichts der weiteren Verschlechterung des Trends in Bezug auf das Kundenaufkommen in China, der verstärkten verkaufsfördernden Aktionen zum Abbau der hohen Lagerbestände sowie der Einmalaufwendungen von insgesamt rund 500 Millionen Euro, die sich den Erwartungen zufolge auf den Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen des Unternehmens in 2022 auswirken werden, hatte adidas am 20. Oktober 2022 seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Daran hat nun auch die Trennung der Marke von Yeezy nach dessen rassistischen Ausfällen ihren Anteil. Adidas rechnet für das Geschäftsjahr 2022 nun mit einem währungsbereinigten Umsatzzuwachs für das Gesamtunternehmen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll einen Wert von rund 250 Millionen Euro erreichen.