Back to Basics

Green Fashion

Der Online-Shop grundstoff.net hat sich auf den Verkauf von nachhaltigen, fair gehandelten und bezahlbaren Basics spezialisiert. Alle Bilder ©grundstoff.net

Autorin: Katja Vaders
Die Umsätze mit nachhaltiger und fair gehandelter Bekleidung steigen – und zwar langfristig. Laut Statista wurden im Jahr 2021 in Deutschland rund 172,5 Millionen Euro Umsatz mit Textilien erzielt, die über ein entsprechendes Siegel verfügen. Ein Trend, der sich wohl noch steigern wird: Die Mehrheit der befragten deutschen Konsumenten achtet nämlich inzwischen auf transparente Lieferketten. Im Basic-Segment sind es verstärkt Online-Shops, die fair gehandelte Textilien aus Biobaumwolle vertreiben. Einer davon ist grundstoff.net, der bereits seit 16 Jahren am Markt ist und ausschließlich unbedruckte Basics – Kleidung und Accessoires – anbietet. Das Sortiment des Unternehmens aus dem hessischen Heusenstamm umfasst mittlerweile über 5.000 Artikel und damit eine große Auswahl an nicht nur nachhaltigen, sondern auch bezahlbaren Shirts, Sweats, Jeans sowie Schuhen für Kinder und Erwachsene. FT sprach mit Denis Opper, Gründer und Geschäftsführer von grundstoff.net, über das Konzept seines Stores und warum er sich ausgerechnet auf faire Bio-Basics spezialisiert hat.

FT: Wie kam es zur Gründung Ihres Unternehmens grundstoff.net und Ihrem Fokus auf nachhaltige Textilien? Und welches konkrete Konzept verfolgt Ihr Online-Shop?
Denis Opper:grundstoff.net ging Anfang des Jahres 2007 an den Start. Es war von Beginn an unsere Absicht, zeitlose Basics von guter Qualität anzubieten und dabei das Kleidungsstück selbst in den Vordergrund zu stellen, nicht die Marke, die es produziert, und deren Logo. Wir hatten vom ersten Tag an Marken an Bord, die unter fairen Bedingungen produzierten, führten zu dieser Zeit allerdings kein Sortiment, das zu 100 Prozent aus nachweislich fairer Kleidung bestand. Die Quote an fairer Kleidung erhöhte sich in den folgenden Jahren sehr schnell und deutlich, zum hundertprozentig fairen Online-Shop wurden wir dann am 1. Januar 2014. Ab diesem Tag haben wir die Zusammenarbeit mit konventionellen Herstellern beendet.“

„Unser erster Werbeslogan lautete ,Kleidung ohne jedes Motiv‘ und das trifft es bis heute ganz gut.“

Welche Kriterien müssen die von Ihnen angebotenen Textilien erfüllen?
„Die Aufnahme neuer Marken und deren Auswahl ist bei uns jeweils ein individueller Prozess, der im Team beschlossen wird. Da es, auch aufgrund fehlender Gesetze und Regelungen, keine eindeutig definierte faire Kleidung gibt, ist es unsere Aufgabe, für unsere Kundinnen und Kunden eine seriöse Vorauswahl zu treffen. Hierbei vertrauen wir auf global einheitliche Standards und Zertifikate unabhängiger Institutionen wie beispielsweise der Fair Wear Foundation und dem Global Organic Textile Standard. Ware, die außerhalb der EU hergestellt und von uns angeboten wird, muss entsprechend zertifiziert sein. Meistens sind diese Kleidungsstücke sogar mit einer Kombination verschiedener Zertifikate und Siegel versehen, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte aufweisen. Ware, die innerhalb der EU hergestellt wird, nehmen wir unter Umständen auch ohne entsprechende Zertifikate auf, auch wenn das eher die Ausnahme ist. Im Zweifel verzichten wir lieber auf die Zusammenarbeit, wenn wir beispielsweise das Gefühl haben, dass Fairness beim jeweiligen Hersteller in der Außendarstellung eine größere Rolle spielt als in der Realität.“

Wie setzt sich Ihr Sortiment zusammen? Und warum spezialisieren Sie sich ausgerechnet auf Basics?
„Unser erster Werbeslogan lautete ,Kleidung ohne jedes Motiv‘ und das trifft es bis heute ganz gut. Unser Sortiment besteht aus hochwertiger Kleidung in zeitlosem Design, die langlebig und gut zu kombinieren ist. Alle bei uns erhältlichen Artikel werden unter fairen Bedingungen hergestellt und bestehen fast ausschließlich aus nachhaltig(er)en Materialien wie Biobaumwolle.“

Fertigen Sie auch selbst Textilien?
„Wir sind heute, bis auf wenige Ausnahmen, Händler und platzieren in den Herstellerbetrieben keine eigenen, direkten Aufträge. Wir arbeiten eng mit unseren Partnermarken zusammen, nehmen hier und dort auch direkten Einfluss auf die jeweiligen Kollektionen, sind aber nicht unmittelbar an der Produktion beteiligt.“

In der Nische und in Konkurrenz mit den großen Anbietern.

Mit welchen Labels arbeiten Sie zusammen?
„Unsere Auswahl umfasst mehr als 50 Marken, die bekanntesten Partner sind vermutlich LIVING CRAFTS, VAUDE, trigema, derbe, MELA und CONTINENTAL CLOTHING.“

Wie ist die Konkurrenzsituation auf dem Markt für faire und nachhaltige Textilien?
„grundstoff.net gibt es seit fast 16 Jahren und wir sind somit schon fast ein Urgestein unter den Online-Shops für faire Mode. Die Konkurrenz ist im Laufe der Jahre deutlich größer geworden – einerseits, weil Basics immer beliebter werden, und andererseits, weil Nachhaltigkeit und Fairness mittlerweile eine immer größere Rolle spielen. Dass das so ist, begrüßen wir natürlich, es bringt aber auch mit sich, dass man sich nicht mehr nur innerhalb einer Nische behaupten muss, sondern heute auch zum Teil mit großen Konzernen um Marktanteile buhlt.“

Dabei wünschen wir weiterhin viel Erfolg und danken für das Gespräch!