EPR zwischen Zustimmung und Kritik

©Fachverband Textilrecycling

Regelwerk

Die geplante erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe stößt auf geteilte Reaktionen. Der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) sieht in den Eckpunkten des Bundesumweltministeriums zwar erste Ansätze, fordert aber klare Zuständigkeiten für Registrierung, Aufsicht und Sanktionsmechanismen. Gudrun Höck und Marika Hanschke vom BTE betonen, dass die Regeln bürokratiearm, transparent und fair sein müssen – besonders bei der separaten Berücksichtigung von Schuhen, die eigene Verwertungswege benötigen. Zudem brauche es wirksame Kontrollen gegen Trittbrettfahrer und Ultra-Fast-Fashion-Anbieter, um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Die Gebührenstruktur solle verhältnismäßig bleiben, um den Handel nicht zu überlasten.

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Gemeinnützige Sammler wie der Dachverband FairWertung und die Deutsche Kleiderstiftung begrüßen die geplante Herstellerverantwortung. Bundesumweltminister Carsten Schneider präsentierte die Eckpunkte im CharityLab der Kleiderstiftung und unterstrich die zentrale Rolle von Kommunen und karitativen Einrichtungen. Thomas Ahlmann (FairWertung) und Eike Lukas Müller (Kleiderstiftung) warnen jedoch vor den Herausforderungen durch steigende Mengen minderwertiger Kleidung. Das Gesetz solle karitative Strukturen stärken und die Wiederverwendung fördern.

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die fehlenden verbindlichen Ziele zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Barbara Metz, DUH-Geschäftsführerin, fordert höhere Abgaben für nicht-recyclingfähige Mode und einen Transformationsfonds für Second Hand, Reparatur und Leihmodelle. Die Kampagne für Saubere Kleidung geht noch weiter: Sie verlangt hohe Abgaben auf Fast Fashion, verbindliche Vorgaben für Langlebigkeit und Recycling sowie einen digitalen Produktpass für Lieferketten-Transparenz. Helen Gimber (Kampagne für Saubere Kleidung) und Dr. Gisela Burckhardt (FEMNET) betonen, dass ohne soziale und ökologische Standards die Reform wirkungslos bleibe. Bis zur Umsetzung Mitte 2027 bleibt die Diskussion um Praxistauglichkeit, Klimagerechtigkeit und faire Arbeitsbedingungen entscheidend.