US-Zollpolitik belastet Außenhandel

Risikoland

Die handelspolitische Linie der USA entwickelt sich für deutsche Unternehmen zunehmend zum Risiko. Eine Sonderauswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt, dass die jüngsten US-Zollankündigungen und der sogenannte „Liberation Day“ die Unsicherheit im Außenhandel deutlich erhöhen. Mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen mit US-Geschäft nennen die handelspolitische Unsicherheit als zentrales Hindernis ihrer Aktivitäten. Zusätzlich berichten 54 Prozent von steigenden Kosten durch Zollverfahren und zunehmende Bürokratie. „Ausgerechnet die USA, die der EU regelmäßig übermäßige Bürokratie vorhalten, treiben mit ihrer Zollpolitik selbst den administrativen Aufwand massiv in die Höhe. Gerade die komplexen Vorgaben bei Stahl- und Aluminiumzöllen bringen viele Unternehmen an ihre Belastungsgrenze“, sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK.

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Rund drei Viertel der Firmen geben zusätzliche Kosten ganz oder teilweise an ihre US-Kunden weiter. Gleichzeitig verschlechtert sich dadurch die Wettbewerbsposition deutscher Anbieter. 13 Prozent berichten bereits von spürbar rückläufigen Exporten in die USA. Treier sagt zu den aktuellen Exportzahlen der Republik: „Dem deutschen Exportmotor fehlt das Schmieröl. Das Auslandsgeschäft springt nicht an. Von außenwirtschaftlicher Dynamik kann keine Rede sein. Der Rückgang der deutschen Exporte zu Jahresbeginn ist ein schwieriges Signal für das Gesamtjahr 2026. Neue Handelsabkommen der EU wie mit Indien und den Mercosur-Staaten sorgen für etwas Zuversicht, reichen aber für eine Trendwende noch nicht aus.“