Als Sign Painter verpasst Frank „Franky“ Wiercioch Schaufenstern, Motorradtanks und Ladenschildern einen uniquen Look – stets mit dabei: seine Lieblingsjeans. Wir haben mit dem Wuppertaler über Denim-Dos-and-Don’ts, modische Mischverhältnisse und die Magie alter Lederjacken gesprochen. Viel Spaß beim Schmökern.
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FASHION TODAY: Wo kaufst du deine Denims?
Franky Wiercioch: „Ich kaufe sowohl neu als auch secondhand. Kleinanzeigen und Vinted sind dabei gute Adressen, bei denen ich schon das eine oder andere interessante Vintage-Stück gefunden habe. Der Laden meines Vertrauens, wenn es um Neuware geht, ist definitiv stuf|f – fine goods in Düsseldorf. Darüber hinaus bin ich ein großer Fan der Belgier von EAT DUST, mit denen ich auch gut befreundet bin.“
Was macht für dich die perfekte Jeans aus? Welche Details müssen sein, welche sind No-Gos?
„Aktuell mag ich Jeans mit einem schlichten, geraden Schnitt sehr gerne. Die können dann einen Loose Fit haben oder auch eng sitzen wie eine LEVI’S 505 aus den 1960er-Jahren. 14 bis 16 Unzen Gewicht sind super. Alles, was darüber hinausgeht, ist mir eindeutig zu unbequem und aufgesetzt maskulin, obwohl es für mich als Extraschutz beim Motorradfahren vielleicht sogar Sinn machen würde. Die Bretter überlasse ich dann aber doch lieber diesen kernigen Vollbart-Agenturtypen mit ihren frisch gestochenen Handtattoos.“
Sind Trends dabei ein Thema für dich?
„Ich finde Trends erst einmal ganz interessant, weil sie mich über neue modische Entwicklungen informieren und mir möglicherweise auch neue Inspirationen geben. Mache ich mich stilistisch von Trends abhängig? Auf keinen Fall. Mit der Mode verhält es sich bei mir genauso wie mit der Musik – sie gestaltet sich vielfältig und in einem spannenden Mix! Ich liebe 50s R&B und Rockabilly ebenso wie Soul, Punk und 80s Hardcore und habe dementsprechend auch kein Problem damit, eine Raw Denim zu einem Westernhemd von VANS zu tragen. Ich fahre einen alten Harley-Chopper. Muss ich deswegen wie ein Biker aussehen? Natürlich nicht. Kurz gesagt: Ich höre, was ich mag, und kombiniere meine Kleidung, wie es mir gefällt!“
Kommen deine Jeans raw oder mit einer Waschung aus dem Laden?
„Auf jeden Fall raw. Ich trage meine Jeans gerne selber ein und das geht, entgegen der landläufigen Meinung, eigentlich auch ziemlich schnell. Die Jeans ist meine erste Hosenwahl auf der Arbeit, beim Malen und beim Schrauben am Bike – und abends gehe ich damit auch ins Restaurant. Bei Vintage-Schnäppchen, wie letztens der RRL für 50 Euro, sind ein paar Gänge durch die Waschmaschine natürlich völlig okay.“
Wie markenbewusst bist du bei deinem Einkauf?
„Marken sind mir weitestgehend egal. Was mir jedoch überhaupt nicht egal ist, ist Qualität und die finde ich dann doch immer wieder bei Labeln wie EAT DUST.“
Wäschst du deine Denims oder landen sie zum Auslüften lediglich für eine Nacht auf der Leine oder im Kühlschrank?
„Meine Jeans werden meist nur gut ausgelüftet und landen höchst selten in der Maschine. Wenn es dann doch sein muss, werden sie nur kalt und kurz im Wollprogramm und ohne zu schleudern gewaschen und kommen dann nass auf die Leine.“
Welche Alternativen zur Jeans sind für dich akzeptabel?
„Neben Jeans sind Chinos und Militärhosen für mich voll okay. Militärhosen natürlich ohne Camouflage-Muster.“
Sind Jeansshorts im Sommer legit?
„Ich denke schon, obwohl ich Jeansshorts selbst so gut wie nie trage. Meine Alternative sind Shorts von carhartt in Workwear-Optik.“
Dein Sommerlook 2026 besteht aus …
„… einer EAT DUST Fit 36 FL Denim, einem Bandshirt oder dem Tee einer Chopper Company, einem orSlow Type 3 Denim Jacket, Wesco Engineer Boots, einem Golden-Bandits-50s-Style-Gürtel und dem THE AMPAL CREATIVE Trucker Cap vom DicE magazine.“
Das perfekte Outfit für einen gediegenen Abend?
„Ist mein Sommerlook 2026 …“
Deine drei Lieblingsteile?
„Definitiv die EAT DUST Fit 36 FL Denim, die Mr. Freedom Californian Outlaw Denim in Indigo x Black und die orSlow-Type-3-Jacke, eine Eins-zu-eins-Kopie einer Type-3-LEVI’S-Jeansjacke aus den 60s.“
Deine drei modischen Guilty Pleasures …
„Zu Hause dürfen es gerne auch mal Sportklamotten oder die bequeme Jogginghose sein. Ich mag auch VANS Slip-Ons. Grundsätzlich trage ich alle meine Klamotten so lange, wie es geht und bis sie wirklich irreparabel kaputt sind.“
Was würde bei dir nie im Kleiderschrank landen?
„Eine neue Lederjacke. Alte Lederjacken sind vielleicht mal hier, mal da kaputt, aber erzählen eine lange Geschichte und haben zudem Charakter. Neue Lederjacken mit Preisen im mittleren vierstelligen Bereich dürfen gerne die geschniegelt-vollbärtigen Bürohelden präsentieren.“





