Handelspolitik
Seit dem Start des Handelsabkommens zwischen der EU und Staaten des südlichen Afrikas ist der bilaterale Handel um 37 Prozent gewachsen. Darauf weist die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) zum zehnjährigen Bestehen hin. Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Südafrika, Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia und Eswatini wird seit dem 10. Oktober 2016 vorläufig angewendet. „Offene Märkte und verlässliche Regeln zahlen sich aus“, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Das Abkommen helfe, Lieferketten breiter aufzustellen und den Zugang zu Rohstoffen zu sichern.
Europa schöpfe das Potenzial von Handelsverträgen mit afrikanischen Partnern nicht aus. So haben mehrere EU-Staaten, darunter Frankreich, Italien, die Niederlande, Österreich und Polen, das Abkommen bislang nicht ratifiziert. Angola hat die Beitrittsverhandlungen 2024 abgeschlossen, ist aber noch nicht beigetreten. Verhandlungen mit Nigeria, Äthiopien und dem Senegal stecken laut DIHK seit Jahren fest. Treier fordert von EU und Bundesregierung eine Handelsoffensive mit konkreten Abkommen statt neuer Absichtserklärungen. Langfristiges Ziel solle ein umfassendes Abkommen zwischen der EU und der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone AfCFTA sein.
