Exporte
Deutsche Unternehmen klagen über zunehmende Handelsbarrieren: 69 Prozent der 2.400 befragten auslandsaktiven Firmen verzeichnen eine Zunahme – ein Negativrekord seit Beginn der DIHK-Erhebung „Going International 2026“. „Der freie Welthandel bekommt Risse“, sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef des DIHK. „Zölle, Auflagen und Unsicherheiten bremsen Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.“ Besonders problematisch ist das US-Geschäft: 86 Prozent der von höheren Zöllen betroffenen Unternehmen spüren die Auswirkungen dort besonders stark. „Hohe Zölle und politische Volatilität machen langfristige Planung schwierig“, sagt Treier. Auch nicht-tarifäre Hürden wie lokale Zertifizierungen (51 Prozent) oder Exportkontrollen (35 Prozent) belasten die Geschäfte, vor allem in den USA (41 Prozent) und China (29 Prozent).
Zusätzlich verschärfen EU-Regulierungen wie Lieferkettenvorgaben oder der CO₂-Grenzausgleich die Situation: 83 Prozent der Unternehmen sehen darin eine Belastung. „Während andere Regionen Barrieren aufbauen, erhöhen wir in Europa den bürokratischen Aufwand“, kritisiert Treier.
Trotz der Herausforderungen setzen viele Betriebe auf neue Märkte: Indien und Lateinamerika rücken in den Fokus. „Diversifizierung ist keine Option mehr, sondern Notwendigkeit“, sagt Treier. „Das geplante EU-Indien-Abkommen und das EU-Mercosur-Abkommen könnten neue Chancen eröffnen.“ Die Umfrage wurde vor der Eskalation im Nahen Osten durchgeführt, die nun Logistik- und Frachtkosten weiter steigen lässt.


