MICAM 102 – Joy as a strategy  

©MICAM
Autor: Winfried Rollmann

Die 102. Ausgabe der internationale Schuhmesse MICAM zum Sommer 2027, hat mit 37.000 internationalen Besuchern ihren Platz als führende Plattform der Schuh-Order wieder unter Beweis gestellt. In einem sehr herausfordernden Marktumfeld hat die Schuhindustrie weiter Federn gelassen. Der italienische Schuh-Sektor hat zum Beispiel in den ersten drei Monaten 2026 laut des italienischen Schuhverbands 2,7 Prozent  Umsatz verloren und 85 Schuhmanufakturen mussten schließen. Der Deutsche Markt hat mit 2,4 Prozent Rückgang im ersten Halbjahr (HDS/L) ähnlich abgeschlossen.

Die unsichere politische Großwetterlage und schrumpfende Haushaltsbudgets werden als Hauptgründe für die aktuelle Situation angeführt. Der Margen- und Preis-Druck stellt die Hersteller vor große Herausforderungen. MICAM stellt sich diesem Challenge und begleitet die Einkäufer mit digitalen Tools auf ihrer „buyer journey“. Mit Plattformen des Matchmakings hilft die Messe den Besuchern, ihre knappe Zeit möglichst effizient vorzuplanen. Zum neuen Messe-Layout der MICAM in den vier Hallen, hat die Messeleitung ein weitgehend positives Feedback bekommen. Mit dem Projekt „Emerging Designers“ gab MICAM abermals talentierten Jungdesignern eine Plattform, ihre Kreationen prominent zu präsentieren. Hiermit investiert sie in die Zukunft der Branche.

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Während der Messe feierte der traditionelle Italienische Hersteller BRUNATE sein 100-jähriges Bestehen. Mit einer originellen Feier in einem Mailänder Palazzo setzt das Familienunternehmen ein optimistisches Zeichen. Mit einem erfolgten Generationswechsel und dem gewachsenem Know-How hat Brunate das Zeug, auch die Zukunft erfolgreich zu meistern. 

In ihren Trendaussagen setzt MICAM in der Zusammenarbeit mit Livetrend auf eine Trend-Prognose mit KI-Analyse. Hierzu werden Daten des E-Commerce, Instagram, Fashion Shows und Kunden-Suchanfragen ausgewertet und in die Zukunft projiziert. In der Trendvoraussage sieht man nach Saisons der Beschränkung und des Rückzugs in die Privatsphäre eine bewusste Hinwendung zu einem genussvolleren Trend. In der Überschrift „Joy as a strategy“ wird der Trend zu expressiven Farben, taktilen Materialien und extravaganteren Formen propagiert. Maximalismus statt Schonkost.

Bei den Herstellern standen dressy Schuhe wieder stärker im Fokus. Kleine Absätze geben auch Erfolgsmodellen, wie Ballerinen oder Boatshoes, mehr Allüre. Mules waren in allen Kollektionen mit schlanken Wedge-Absätzen prominent vertreten. Offene Schuhe, Perforato-Verarbeitungen und Sandalen bis hin zu Zehentrennern tragen den heißeren Sommern Rechnung. Bei Männer-Schuhen fielen sommerliche Flechtoptiken und Espadrille- Details auf. Der Loafer-Trend bleibt ungebrochen, wird aber leichter in ungefüttertem Suede. Gediegene Upper-Casual Shoestyles machen diese Saison bei Männern das Rennen. Das bestätigt auch Matthias Rodemeier, CPO der Wortmann Gruppe. Im gehobenen Marktsegment suchen internationale Einkäufer nach Schuhen mit einem originären Storytelling. Alexander Barré, der Macher von ZEHA Berlin spricht z. B. mit der authentischen Story der Leder-Sportschuhe aus dem „Osten“ diese Klientel perfekt an. Ihr charakteristisches Design macht sie selbst zum begehrten Kultobjekt der jungen Mod’s Szene in London.