Marketing im virtuellen Raum

Social Media

Vielzahl verlockender Möglichkeiten, die noch vor einigen Jahren nach Science-Fiction geklungen hätten (©pixabay)

Autor: Andreas Grüter

Kostengünstig, effizient und direkt – Social Media Marketing hat in den vergangenen Jahren traditionelle Werbemaßnahmen wie Print-, Radio- und TV-Werbung zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Zeitenwende oder Hype? Wir haben uns umgeschaut.

Facebook-, Twitter- und Instagram-Accounts, dazu ein YouTube Channel und eine enge Zusammenarbeit mit jungen, dynamischen Influencer-Stars – fertig ist das hypermoderne Package zur erfolgreichen Verkaufsförderung. So zumindest schallt es landauf, landab aus den Marketingabteilungen. Und tatsächlich bietet Social Media Marketing eine Vielzahl verlockender Möglichkeiten, die noch vor einigen Jahren nach Science-Fiction geklungen hätten. Zielgruppenansprachen lassen sich gezielt steuern, die persönliche Interaktion zwischen User und Unternehmen fördert das Vertrauen und die Kundenbindung und von Followern geteilte Werbeinhalte multiplizieren die Zahl der erreichten potenziellen Kunden um ein Vielfaches, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen. Zudem können kostbare Daten und Informationen eingesammelt und für zukünftige Maßnahmen genutzt werden. Und das zu einem vergleichsweise niedrigen Preis. Voraussetzung ist natürlich die regelmäßige inhaltliche Pflege der Kanäle.

Do it like adidas

Der direkte Draht

Interview mit Karin Polz,
Content-Managerin bei eterna

Kleines Budget, große Wirkung – hält Social Media Marketing im Alltagstest das, was es in der Theorie verspricht? Wir haben uns mit Karin Polz, Content-Managerin beim Passauer Hemden- und Blusenlabel eterna, über effektive Werbestrategien im digitalen Zeitalter unterhalten.
Zum Interview

Ein gutes Beispiel, wie man etwa Instagram perfekt bespielen kann, zeigte im vergangenen Jahr der Sportwarenhersteller adidas mit seiner #heretocreate-Kampagne. In kurzen, präzise auf das Format zugeschnittenen Filmen erzählten Athleten von ihrer Liebe zum Sport. Einen raffinierten Rundumschlag durch gleich alle Kanäle lieferte funny-frisch. Der Kartoffelchips-Hersteller löste mit seiner von den beiden Fußball-Influencern Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger angestoßenen „funny-frisch Chips-Wahl 2017“ einen echten Hype aus. Social-Media-Nutzer sollten sich dabei eine neue Chipssorte ausdenken, die unter verschiedenen Hashtags eingereicht werden konnte. Drei der Vorschläge wurden produziert. Insgesamt kamen diese von mehr als 131.000 Usern, die für Tausende Kommentare und Likes sorgten.

Apropos Influencer. Wer in diesem Bereich punkten will, sollte sich tunlichst den richtigen Kooperationspartner aussuchen. Sebastian Niemann arbeitet als Head of Sales bei blogfoster, einem Berliner Netzwerk, das Unternehmen und Influencer gleichermaßen berät und zusammenbringt. Für ihn gilt, dass echte Influencer organisch gewachsene Profile haben müssen und sich auf eine Thematik konzentrieren sollten. Zudem muss die Wahl eines Star-Influencers bei Weitem nicht die richtige sein. „Die mediale Berichterstattung fokussiert sich lediglich auf die großen Namen. Dabei gibt es aber auch viele unbekanntere Köpfe, die einen guten Job machen. Bei den Großen der Branche ist die Anzahl der beworbenen Produkte zudem einfach sehr hoch. Da kann es schnell passieren, dass die Präsentation dem Produkt nicht gerecht wird.“ Seiner Meinung nach ist der Influencer-Markt derzeit im Umbruch. „Influencer wurden bislang zumeist von der PR gesteuert, wo jedoch häufig der technische Background zur Bewertung der Maßnahmen fehlte. Mittlerweile übernimmt hier immer öfter das Marketing, was zu einer zunehmenden Professionalisierung führt.“

Was kommt, was geht

Experten zufolge werden in den kommenden Jahren Live-Videos noch wichtiger als bereits jetzt und auch der Trend zur Interaktion zwischen Kunden und Unternehmen auf Messaging-Apps wird weiter zunehmen. E-Commerce-Funktionen bei Facebook, Instagram, Twitter und Co bieten neue Vertriebsmöglichkeiten und auch Themen wie Virtual Reality und Werbung auf Mobilgeräten werden in Zukunft noch relevanter werden. Es heißt also dranbleiben.