unitex wieder mit Rekordergebnis

Verbundgruppen

„Natürlich wäre alles unter einem Dach sehr wünschenswert und es wäre ebenso sehr wünschenswert, dass alle relevanten Anbieter präsent wären. Das hat aber wenig mit freiem Markt und freier unternehmerischer Entscheidung zu tun. Allerdings scheint die Modebranche doch von einem sehr hohen Maß an Individualität geprägt zu sein und wenn man sich den Verlauf der Messeentwicklungen in unserer Branche ansieht, dann gibt es schon fast selbstzerstörerische Tendenzen. Im Rückblick waren es dann immer die guten alten Zeiten. Das werden wir wahrscheinlich in ein paar Jahren vom Jahr 2018 behaupten. Ich sehe und wünsche mir aktuell keine Alternative zu Berlin. Deswegen werden wir durch unsere Aktivitäten den Messeplatz Berlin im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter aktiv begleiten." © Unitex-Chef Gerhard Albrecht

Autor: Markus Oess

Die Neu-Ulmer Dienstleistungsorganisation wirbt mit kostengünstigen Service-Angeboten. Kooperation und Allianzen mit externen Anbietern sind ein Grundprinzip der unitex, die Zentralregulierung und die Markenpartnerschaft ein weiteres. Das Geschäftsmodell findet in der Händlerschaft zusehends Anklang.

Mit Erfolgsmeldungen lässt sich leicht punkten: Die unitex GmbH hat im Jahr 2016 den Zentralregulierungsumsatz zum achten Mal in Folge zweistellig gesteigert, meldet die Verbundgruppe. Genauer gesagt ging es im zurückliegenden Jahr um zehn Prozent nach oben. Das Wachstum komme durch den Zugang von neuen (36 neue Händler), aber auch dank der Expansion von bestehenden Mitgliedern zustande. „Damit wird der konsequent umgesetzte Weg, die unitex als die kostengünstige Service- und Dienstleistungsorganisation für den textilen Mittelstand zu etablieren, von den angeschlossenen Einzelhandelsunternehmen und Lieferanten weiterhin stark honoriert“, heißt es dazu selbstbewusst aus Mittelschwaben.

Inzwischen haben sich mehr als 650 Handelshäuser mit einer Verkaufsfläche von über 800.000 Quadratmetern und einem Handelsumsatz von deutlich mehr als zwei Milliarden Euro angeschlossen. Umgekehrt kooperieren auf Lieferantenseite fast 500 Firmen aus den Bereichen DOB, HAKA, KOB, Wäsche, Accessoires und aus diversen Dienstleistungsbereichen mit der unitex.

Laut unitex-Database, ein Benchmarktool, das in Zusammenarbeit mit der GfK, Nürnberg, ausgewertet wird, haben sich die Umsätze der Mitglieder besser als der Markt entwickelt. Aufgelaufen bis November 2016, steht ein Plus von 1,5 Prozent in den Büchern. Überdies seien die Rohergebnisse gestiegen. Diverse Konditionsverbesserungen im Lieferantenbereich und weitere Kooperationen im Bereich Dienstleistungen hätten im vergangenen Jahr zusätzliche Einsparungen gebracht. Dieser Effekt werde dadurch verstärkt, dass die Mitglieder „interessante Rückvergütungen“ aus den zentralregulierten Umsätzen bei einem geringen Kostenbeitrag von 45 Euro im Monat erhielten. Die Neu-Ulmer kündigen zudem eine Neuerung für dieses Jahr an: „Die Einführung eines digitalen Rechnungsportals. Damit werden für alle beteiligten Firmen die Arbeitsabläufe effizienter und kostengünstiger. Dies wird bei den Lieferantenpartnern der unitex und bei den Mitgliedern noch mehr positive Ergebniseffekte zur Folge haben.

 

„Stabile Segmente“

Unitex-Geschäftsführer Gerhard Albrecht blickt auf ein gutes Jahr 2016

FT: Wie hat sich die HAKA im Vergleich zu den übrigen Sortimenten entwickelt?
Gerhard Albrecht: Die HAKA  hat sich laut unitex-Database aufgelaufen bis November 2016 mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent stabil gehalten. Positiv waren die Abverkäufe bei Strick/Wirk und auf niedrigem Niveau bei den Mänteln. Zwar sprechen wir von einem noch vergleichsweise kleinen Segment, aber die Schuhe entwickeln sich mit einem Umsatzplus von gut 20 Prozent bemerkenswert gut.

FT: Gab es Ausreißer nach oben oder unten?
Im Grunde nicht. Bei Anzügen sehen wir, dass das Segment insgesamt stabil ist, aber die Anzüge derzeit zugunsten der Baukästen verlieren.

FT: Speziell zu Weihnachten poppt das Online-Thema in den Medien auf. Wie haben die Mitgliedshäuser diesmal die virtuelle Konkurrenz erlebt?
Online ist auch im vergangenen Jahr stärker gewachsen als stationär. Das bleibt festzuhalten. Aber ich bin überzeugt, dass stationäre Händler gegenüber Online-Shops punkten, wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht haben und ihre Stärken wie lokale Nähe, Beratung oder Service glaubhaft ausspielen. Und das sehe ich in der Entwicklung unserer Mitgliedshäuser.

FT: Auf der Panorama wird die unitex auch eine Veranstaltung haben, worauf freuen Sie sich besonders in der Hauptstadt?
Wir sind jetzt seit mehreren Messen mit unserem unitex-FashionMeeting dabei und informieren diesmal am Dienstag um 17 Uhr über aktuelle Entwicklungen, neue Lieferanten und Projekte wie unser digitales Rechnungsportal. Zudem wird Messe-Chef Jörg Wichmann über die digitale Panorama sprechen. Die Resonanz nimmt von Mal zu Mal zu und ich rechne mit mehr als 400 Gästen. Klar freue ich mich darauf. Spannend wird auch sein, wie das Thema Lifestyle auf den Messen bespielt wird, denn dass Mode auf der Fläche diesen Weg gehen wird, ist unbestritten.