Corona-Gipfel: Handelsverbände enttäuscht von Beschlüssen

Steffen Jost ©BTE

Modehandel werde diskriminiert

Die Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März, die auf dem gestrigen Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen wurde, hat die Erwartungen des Modeeinzelhandels enttäuscht, auch wenn es erste Öffnungsschritte bei niedrigen Inzidenzen gebe. BTE-Präsident Steffen Jost kritisiert, dass trotz Belege, wonach ein Einkaufen in Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäften unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln kein erhöhtes Infektionsrisiko darstelle, eine generelle Öffnung aller Geschäfte verschoben wurde. „Was uns die Politik vorgelegt hat, erfüllt unsere Forderungen bei weitem nicht. Weitere Modehändler werden so in den Ruin getrieben, weil die Politik immer nur auf die Inzidenzwerte schaut“, sagt Jost.

Die Zahlen aus dem Frühjahr 2020 seien nicht mehr mit den aktuellen Daten vergleichbar sind, weil mittlerweile viel mehr getestet werde. „Die Politik verhält sich gegenüber unserer Branche nach wie vor verantwortungslos“, wettert Jost. Viele Händler profitierten nicht oder kaum von den beschlossenen Lockerungen. Alle Händler in Gebieten mit einer Inzidenz von über 100 blieben Opfer einer verfehlten und mutlosen Corona-Politik. Auch das Termin-Shopping sei längst nicht für alle Geschäfte hilfreich. Unverständlich seien die aktuellen Beschlüsse auch vor dem Hintergrund, dass es außerhalb des geschlossenen Handels keine entsprechenden Restriktionen gibt. „Während sich anderenorts anonyme Kundenmassen an der Kasse drängeln, müssen die vergleichsweise wenigen Kunden im Mode-, Schuh- und Lederwarenhandel aufwändige Anmelde- und Registrierungs-Prozeduren über sich ergehen lassen. Was bei anderen möglich ist, muss doch auch bei uns machbar sein!“, sagt Jost.